Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DKH AKROPOLIS IN ATIIKN

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geglaubt die Anlage rühre aus fränkischer Zeit her und sei
aus dem Material des anstossenden Herodestheaters aufgeführt
worden. Keine dieser Ansichten oder Vermuthungen ist stich-
haltig. Der westlichste Bogen verliert sich, worauf mich Herr
Ziller aufmerksam gemacht hat, in dem Gemäuer des anstos-
senden Herodestheaters. Danach muss man annehmen, dass
die Bogenanlage älteren Datums ist als das Herodestheater.
Die Bogenstellung hat eine selbständige Bedeutung nie ge-
habt, sondern ist angelegt worden zur Verkleidung der dahin-
ter liegenden Mauer aus Conglomeratquadern, die als Stütz-
mauer der Gesammtterrasse gedient hat. Die Anwendung des
Bogensystems erklärt sich nach dem Urtheil von Technikern
daraus, dass man Material sparen wollte. Dieser Gesichts-
punkt erscheint vollkommen gerechtfertigt, wenn man die
grosse Ausdehnung der Mauer in die Länge und in die Höhe
in Betracht zieht. Die Bogenmauer ist auf der Aussenseite
durch eine dritte Mauer verkleidet, welche bis in die Nähe
der Bogenwölbungen reichte und durch Strebepfeiler verstärkt
war. Diese Mauer ist jüngeren Datums, wie ausser Anderem
daraus hervorgeht, dass sie mit Anwendung von Mörtel auf-
geführt ist, was weder an der Bogenmauer noch am Theater
des Herodes der Fall ist. Sie verschliesst die Bogenöffnungen
von aussen und ist vielleicht angelegt worden, als der Raum
zwischen den beiden Theatern befestigt wurde. Gegenwärtig
ist die Bogenmauer mit ihrer südlichen Verkleidung nur auf
einer kleinen Strecke beim Herodestheater bis auf das alte
Niveau freigelegt *, der Rest ist noch grösstentheils verschüt-
tet. Es lässt sich desshalb über den östlichen Abschluss der-
selben kein sicheres Urtheil fällen. Unterhalb der Terrasse
sind bekanntlich Spuren einer Treppe erhalten, welche längs
der westlichen Umfassungsmauer des dionysischen Theaters
empor führte. Der Zweck dieser Treppe liegt ebenfalls noch
im Dunkeln, doch ist mir nach den bis jetzt vorliegenden

' An dieser Stelle ist schon vor Jahren aufgeraeumt worden, irre ich nicht im
Anschtuss an die Ausgrabungen im dionysischen Theater.
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