Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 184
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DER SUKDABHANG

grösseren Dimensionen als die oben beschriebene, bei deren
Anlage die Terrassenmaner weggeräumt worden zu sein
scheint A Sie ist im Innern sorgfältig mit Mörtel verkleidet
und mit einem aus Ziegeln constrnirten Tonnengewölbe über-
deckt , in dessen Mitte das Schöpfloch freigelassen ist. An der
nördlichen Langseite mündet ein Canal ein., der vielleicht das
überflüssige Wasser aus der am Burgfelsen angebauten Cis-
terne herüberleitete. Ihren Abfluss hatte die grosse Cisterne
wie es scheint durch eine an der Südseite befindliche Oeff-
nung, welche vermuthlich mit einem mit Ziegeln verkleide-
ten Canal in Verbindung stand, der am Südrande der Ge-
sammtterrasse hin nach dem dionysischen Theater zu führte.
Die Cisterne ist jetzt wasserlos.
Die östliche Terrasse hat gleichfalls ihre Quelle. Diese
tritt aber nicht unmittelbar zu Tage, sondern entspringt in
einer Art von natürlichem Brunnenhaus, einer tholostörmigen
nach vorn geöffneten Grotte im Burgfelsen (auf dem Plan als
TAoJos bezeichnet). Die inneren Wände der Grotte sind nicht
ganz bis zu halber Manneshöhe vom Erdboden an mit Quader-
steinen aufgemauert A Seitwärts vom Eingang am Boden ist
in der Mauer eine viereckige Oeffnung gelassen, durch
welche das Wasser hervorquillt. Die Quelle floss in der ersten
Zeit nach ihrer Aufdeckung etwas reichlicher als jetzt, ist
aber an Wasserreichthuin mit der in die Cisterne verbauten
Quelle nicht zu vergleichen. Das Wasser hat einen brackigen
Beigeschmack. Die Wand, welche dem Eingang zur Grotte
gegenüberliegt, enthält eine dreieckige Nische. In der christ-
lichen Zeit ist die Grotte als Capelle eingerichtet worden; in
Folge dieser Emwandelung lässt sich jetzt nicht mehr erken-
nen, wie das Quellwasser im Alterthum gefasst war. Die
Wände der Grotte sind zur Aufnahme von Heiligenbildern
mit Stuck überzogen, der Fussboden erhöht und in den Ein-

' Die Cisterne ist von aussen gemessen ungefaehr 16 Schritt tang und tO
Schritt breit.
2 Die Grotte hat am Boden 4 Meter im Durchmesser.
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