Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 192
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MISCELLEN

^ie aber bestimmt zum Gebäude gehören, bleibt uns nur die
Annahme übrig, dass die Propyläen des Appius Claudius
Pülcher kein Neubau waren, sondern ein Umbau, eine Restau-
ration oder eine Erweiterung der schon bestehenden Propyläen
aus griechischer Zeit. Der Wortlaut der Inschrift steht einer
solchen Annahme nicht entgegen.
LEOP. JULIUS.

Die Gemälde des Polygnot
in der Pinakothek der Propyläen zu Athen.
Brunn in seiner Künstiergeschichte II S. 17 sagt über das
Zeitalter des Polygnot: a Während nun so alle einzelnen
Bestimmungen etwa in den Zeitraum von Ol. 75-80 Zusam-
mentreffen, könnte es nach den Gemälden, welche Polygnot
in einem mit den Propyläen zusammenhängenden Gebäude
ausführte, den Anschein gewinnen, als ob der Künstler noch
bis Ol. 87, 1, dem Jahre der Vollendung der Propyläen,
gelebt habe. An sich wäre dies freilich nicht unmöglich, doch
müsste es immer auffallen, dass aus der ganzen Periode der
perikleischen Staatsverwaltung sonst kein einziges Werk des
Polygnot angeführt wird. Wollte man freilich annehmen,
jene Gemälde seien nicht Wand- sondern Tafelmalereien ge-
wesen, so könnte man sagen, dass sie erst nach des Künst-
lers Tode an ihren spätem Aufstellungsort gekommen seien.
Da ich jedoch aus später zu entwickelnden Gründen diese
Ansicht nicht theilen kann, so bleibt allerdings für jetzt nur
die an Ort und Stelle näher zu prüfende Vermuthung übrig,
dass jene Gemäldegallerie schon vor dem Bau der eigentlichen
Propyläen errichtet und erst später mit diesen in architekto-
nische Verbindung gesetzt worden sei. ))
Letztere Vermuthung ist schon von Michaelis, Zustand der
Akropolis S. 14 als irrig nachgewiesen, auch von Brunn
selbst später aufgegeben worden. Waren denn aber jene von
Pausanias gesehenen Gemälde wirklich Wandgemälde? Die
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