Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 197
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1 cm
facsimile
Attische Psephismen
aus der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts.

H
(S. oben S.138.)
Im 5ten Bande des 'AQ-^xtov S. 424 hat Professor Kuma-
nudis in Minuskeln die Urkunde über einen zwischen den
Athenern und den Thessaliern abgeschlossenen Bündnissver-
trag aus der Zeit des pheräischen Alexander mitgetheilt, wel-
che durch die Ausgrabungen am Südabhange der Akropolis
zu Tage gefördert worden ist. Die Bedeutung, welche die
Inschrift für unsere Kenntniss der thessalischen Zustände und
die Zeitgeschichte hat, einerseits, die Beschaffenheit der
Überlieferung andererseits veranlassen mich, hier eine
neue Abschrift derselben vorzulegen (s. die Beilage). Der
Stein nemlich, auf welchem die Urkunde steht, ist zwar bis
auf den Reliefschmuck vollständig erhalten, aber auf der
Oberfläche stark verscheuert. Die von dem griechischen Her-
ausgeber geäusserte Hoffnung, dass es bei wiederholter Un-
tersuchung des Originales gelingen werde, die ihm unleser-
lich gebliebenen Stellen vollständig zu entziffern, hat sich al-
lerdings nicht erfüllt; aber auch so wird es den Betheiligten
erwünscht sein, über die zweifelhaften Stellen weitere Mit-
theilungen zu erhalten.
Für das Verständniss der Urkunde kommen zunächst fol-
gende geschichtliche Verhältnisse in Betracht. Nach Jasons
Tode (370 v. Uh.) hatten zunächst dessen beide Brüder Po-
lydoros und Polyphron für kurze Zeit gemeinschaftlich, dann
nach dem unter verdächtigen Umständen erfolgten Tode des
ersteren Polyphron allein die Tageia in Thessalien bekleidet.
Aber schon binnen Jahresfrist wurde Polyphron von Alexan-
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MITTH. D. ARGH. INST. II.
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