Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ASKLEPIOS-RELIEFS

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von Thessalien , der andere anderswo und namentlich im Land
der epischen Dichter nx^ovs; waren, gab in diesem wie in so
vielen andern Fällen den Dichtern, welche den Griechen ihre
Götter machten, Anlass und Berechtigung, Asklepios vom
Gott zum Heros und Menschen zu degradiren, ihn darauf
wieder als Enkel oder Sohn des Apollon zum Gott zu erhö-
hen, — so wenig uns also diese Dichtergenealogie gelten darf,
so wichtig können, wenn andere minder zweifelhafte hinzu-
treten, Zeugnisse werden wie die Weihinschrift aus Hermione
C. L G. 1198 üo'Xux'Xscn; Ax^xirpL ^Qovtx, Ad 'Acxkx-
7dt?; vgl. Müller, Dor. 1 403. Freilich bedarf die deutliche
Sprache der Kunst in diesem Falle keiner Unterstützung oder
Erklärung durch geschriebene Tradition.
Vertraulich legt auf ihres Vaters Schulter Hygieia die Hand :
ihr Untergesicht ist im Original leider etwas zerstört und
durch nicht ganz glückliche Interpretation des Zeichners
etwas zu weichlich gerathen; auch ihr Blick ruht sanft auf
dem Anbetenden, während die r. den Krug mit dem Heil-
trank bereit hält*. Es folgte noch eine Mädchengestalt, an-
scheinend noch jugendlicher als Hygieia gedacht. Wir können
sie Jaso nennen, eine wol aus einem Localcult in der Oropia
in das attische Gefolge des Asklepios übergetretene Gestalt,
oder Panakeia. Beide waren in Athen als Begleiterinnen des
Asklepios jedem gleich geläufig, wie wir aus Aristoph. Plut.
701. 2 sehen, und ihrem gleichmässigen Vorkommen als
Namen attischer Trieren 2.

* Ebenso hält Hygieia einen Krug auf dem Relief aus Gortys Mon. d. Inst. IV
22, Overbeck, Atl. d. Kunstmyth. I 46 und oefter, dem 1785 aus Athen nach
England gebrachten Reiief: Mus. WorsL I t (jetzt in Brocklesbv-Park: Arch.
Zeit. N. F. VH ( 1875) 13, 10), wahrscheinlich auch auf unserer Nr. 3; eine
situla auf dem freitich übel zugerichteten Relief im Vatican : Mus. P-CIem. V
26 = Overbeck Atlas I 47 ; eine Schale hält sie über einen Altar Nr. 15, über
einen Opfertisch Nr. 18; Asklepios eine solche Nr. 5 (eine sterbliche Frau ist
im Begriff sie anzufassen.), wieder auf jenem Relief in England, und dem aus Gortys.
s Sonst noch aus dein Kreise des Askiepios : für ein aites Schiff,
'Fyüa für ein neues, 'Hntovyj und 'AcxX^xto^.
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