Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DER SUEDARIIANG

ten sind (AA auf dem Plane Taf. XHI). Der Stylobat ruht
auf einem Unterbau von Conglomeratstein. Man gelangte auf
zwei Stufen in die Halle; von denen die untere (hoch 0,25 M.)
aus piräischen Steinen, die obere, der eigentliche Stylobat,
aus Platten von hymettischem Marmor besteht. Das Gefüge
der Stufen ist vorzüglich. Die Marmorplatten waren sowohl
untereinander als auch mit den darunter liegenden piräischen
Steinen durch eiserne, mit Blei vergossene Klammern ver-
bunden, welche indess überall wo sie erreichbar waren in
den Zeiten der Zerstörung herausgerissen worden sind. An
mehreren Stellen sind Reparaturen vorgenommen worden,
hierbei sind auch pentelische Platten verwandt worden. Allein
die Reparaturen haben sich nicht auf den Stylobat beschränkt,
die vorhandenen Standspuren beweisen, dass die Colonnade
erneuert worden ist und dass zwar die alte Ordnung, welche
die dorische war, beibehalten, die Zahl und das Volumen
der Säulen aber reducirt worden ist. Es lassen sich auf dem
Stylobat deutlich zweierlei Standspuren von Säulen unter-
scheiden ; diejenigen, welche nur auf den hymettischen Plat-
ten Vorkommen und auch aus andern Gründen als die älteren
anzusehen sind, haben hei einem Durchmesser von 0,73 M.
(nach anderer Messung 75*/^ Ctm.) einen Axenabstand von
2,76 M., während die der zweiten Gattung eine Distance von
3 M. aufweisen. Zu den letzteren gehören zwei Säulenschafte
aus pentelischem Marmor von 0,64 M. Durchmesser, welche
auf dem Stylobat gefunden worden sind. Diese Säulen hatten
20 flache Cannelüren und die Besonderheit, dass die Cannelüren
bis zur Höhe von 3,30M. vomBodenannichtausgehöhlt waren*.
Vielleicht gehören zum alten Bau zwei blau und roth bemalte
Geisonblöcke aus pentelischem Marmor, welche eine Länge
von je 0,90 Meter, also ziemlich genau den dritten Theil der

* Der eine der beiden Säulenschafte wurde auf dem Stylobat aufrecht stehend
gefunden, der andere nach der Auffindung aufgerichtet (IIpKxnx& S. 19), hier-
nach sind sie auf dem Plane eingetragen. Jedoch steht keiner der beiden
Schafte genau an seiner a!ten Stelle.
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