Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 231
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1877/0273
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
DER AKROPOLIS IN ATHEN

231
Sauleüdistance und folglich auch der Epistyllänge haben *.
Alles was von dem späteren Umbau herrührt ist von sehr
roher Ausführung.
Die Rückwand der Halle steht zwischen der (( Tholos n
und dem Theater in einer Höhe von mehreren Metern zu
Tage. Die Wand biegt im Osten im rechten Winkel um und
setzt sich als östliche Stirnwand längs der Theatermauer fort
bis zum Stvlobat. Die westliche Fortsetzung der Rückwand
wird durch spätes Gemäuer dem Auge entzogen. Man hat
nemlich, wohl erst im Mittelalter, Gott weiss zu wel-
chem Zweck; auf dem Innenraum der Halle einen überwölbten
Gang angelegt, welcher von der K Tholos n aus nach Westen
läuft; die südliche Mauer dieses Ganges steht genau auf der
Längenaxe des Hallenraumes (s. den Plan; auf welchem
dieses Gemäuer; wie alle nicht antiken Anlagen, durch dop-
pelte Schraffirung kenntlich gemacht ist). Die Wände der
Halle sind aus Quadern aus piräischem Stein, die mit dem
Schlag versehen sind, sorgfältig und sauber ausgeführt. Von
der Rückwand läuft in einer Distance vom 1,85 M. von der
an die Theaterwand angebauten östlichen Stirnwand eine
Grundmauer nach dem Stylobat und stösst hier auf die Stand-
spur der ersten Säule (auf dem Plan nicht angegeben). Eine
an der Rückwand aufsteigende Lehre entspricht dieser Grund-
mauer. Westlich von der letzteren sind am Fusse der Rück-
wand auf die hohe Kante gestellte Platten aus hymettischem
Marmor von 1,15 M. Höhe eingelassen. Der Zweck der Mauer
wird sich weiterhin ergeben.
Der Innenraum der Halle w ar 9,10, mit dem Stylobat 9,90
M. tief. Die hieraus sich ergebende Spannweite der Decke
lässt voraussetzen, dass ausser der äusseren Colonnade im

* Die Tropfenfelder waren bian, die Tropfen farblos. Anfdcn Zwischen-
räumen der Tropfenfelder war ein Ornament (Donnerkeil? Palmette?) roth
aufgetragen. Die senkrechte Kante über den Tropfenfeldern war roth. Das Ky-
mation unterhalb der Tropfenfelder bewahrt Spuren von rother Farbe, die
senkrechte Kante darunter ist blau. Längs der vordem Kante der untern Seite
der Platten ist ein rother Streif aufgemalt. Alles Uebrige ist farblos.
loading ...