Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DER SUEDABIIANG

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Innern eine zweite Reihe von Stützen vorhanden war. In der
That fehlt es auch nicht an monumentalen Anhaltepunkten
für diese Annahme. In dem östlichen Theile der Halle sind
drei 1,35 M. im Quadrat grosse Fundamente aus Conglome-
ratstein aufgedeckt worden, welche in der Längenaxe der
Halle liegen (auf dem Plane nicht angegeben). Es ist anzu-
nehmen., dass diese Postamente sich nach Westen zu fort-
setzten und entweder unter der Südwand des mittelalterlichen
Ganges versteckt oder bei Anlegung des letzteren zerstört
worden sind. Das erste der erhaltenen Postamente von Osten
her liegt in der Axe der zweiten, das zweite in der Axe der
vierten Säule der äusseren Colonnade. Daraus ist zu schliessen,
dass die innere Säulenstellung lichter war als die äussere und
die doppelte Axenentfernung hatte; zu der Annahme dass
zwischen dem ersten und zweiten Postament ein solches zer-
stört sei;, scheint mir keine ausreichende Veranlassung zu
sein. Eine Schwierigkeit indess entsteht hei dem dritten
Postament. Dieses nemlich ist von dem zweiten um nahe zu
40 Gtm. weiter entfernt als das zweite vom ersten (die
Standspur der sechsten äusseren Säule ist in Folge einer Re-
paratur verschwunden). Vielleicht ist diese Incongruenz
daraus zu erklären, dass die dritte innere Säule, wenn sie
genau in die Axe der sechsten äusseren gestellt worden wäre,
gerade von den Eingang zu der (( Tholos )) zu stehen gekom-
men wäre. Die mittelalterliche Rinne, welche jetzt das Quell-
wasser aus der letzteren abführt (vgl. ohenS. 185), läuft hart
an der östlichen Seite des dritten Postamentes hin A
Der Fussboden der Halle ist zerstört; dass sie mit Stein-
platten gepflastert war, ergiebt sich aus den an dem Stylobat
hinlaufenden Bettungen. Einen kleinen Überrest des alten
Pavimentes habe ich im Westen der Halle vor dem Treppen-
aufgang (s. unten) constatirt; dieser Überrest beweist, dass

* Basen ionischer Säuten von verschiedenem Durchmesser haben sich auf
dem äusseren Stytobat und in der Nähe in ziemiicher Menge gefunden. Viet-
leicht gehoerte die innere Säutenstettung der Hatte dem ionischen Schema an.
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