Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DER AKROPOLIS IN ATHEN

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zu 700 Inschriften aus dem fünften Jahrhundert, welche wir
bis jetzt kennen, sind nur drei auf Hymettosmarmor einge-
graben ; von diesen gehören zwei den letzten Jahren des
Jahrhunderts an mscrfpL I 59. 347. 491). Auch
in der ersten Hälfte des folgenden Jahrhunderts kommt unter
den Inschriftensteinen hymettischer Marmor nur vereinzelt
vor, die etwa 150 Psephismen aus dieser Zeit sind sämmtlich
auf pentelischem Stein verzeichnet. An Bauwerken aus der
ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts fehlt es. Es scheint,
dass man erst seit der Mitte dieses Jahrhunderts aus ökono-
mischen Gründen die hymettischen Steinbrüche neben den
pentelischen in grösserem Maassstahe zu exploitiren angefangen
hat, weil die Transportkosten im Verhältnis zu der grösseren
Nähe der Lagerstätten geringer waren. Den Bau der Halle
viel später zu setzen als das vierte Jahrhundert lässt die Vor-
züglichkeit der Ausführung nicht rathsam erscheinen. Die
Restauration an der Golonnade weist das sichtliche Streben
nach Ersparung von Material und mehr noch die Roheit der
Ausführung in eine sehr späte Zeit.
Der besprochene Hallenbau ist die bedeutendste Ruine,
welche am Burgabhang entdeckt worden ist. Auf dem Plateau
südlich von der Halle wurden hinter und zum Theil übereinander
die Pavimente von drei christlichen Kirchen, alle mit der
Apsis im Osten, aufgedeckt. Von diesen christlichen Anlagen
rühren die auf dem Plan mit H bezeichneten Reste her. Eine
in frühen Zeiten in grossen Dimensionen angelegte Kirche
war zwei Mal, jedes Mal in kleineren Dimensionen, erneuert
worden. Das Material hatten die antiken Bauten geliefert;
Bildwerke, welche dabei Verwendung gefunden hatten,
meist auf den Asklepiosdienst bezüglich, waren in grauen-
hafter Weise, häufig bis zu vollständiger Zersplitterung zer-
stört. Auf dem Raum westlich von den Kirchen stiess man
auf christliche Gräber, deren Einrichtung — einige von ihnen
hatten z. B. mehrere laichen aufgenommen — auf ein hohes
Alter schliessen liess (vgl. npxxvLxx S. 20 ff. und die Zeitung
".Qpa v. 1. Januar 1877 S. 4).
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