Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DER SUEDABHANG

Süden zu ist vermittelst einer Stützmauer aus Felssteinen,
welche eine Krümmung beschreibt, terrassirt worden. Im
Rücken dieser Terrasse steht ein ansehnlicher Mauerrest aus
grossen Conglomeratquadern, welcher der Formation des
Bodens folgend einen rechten Winkel bildet. Dies muss ein
Überrest der westlichen Peribolosmauer sein ; die ungewöhn-
liche Stärke — 1,30 M. — wird sich daraus erklären, dass die
Mauer in ihren unteren Partien als Futtermauer diente gegen
das an der Aussenseite sich aufthürmende Gestein und Geröll.
An der Nordostecke des Periholos unter dem Bur^felsen ist
ein Eingang anzunehmen, durch welchen der von der mitt-
leren Terrasse herkommende Weg (vgl. oben S. 181) nach
dem Aufstieg zur Burg führte. Ein zweiter Weg, welcher vom
Dionysostheater herkam, führte an der Aussenseite der südli-
chen Peribolosmauer hin, wo noch zwei Stufen fn sich be-
finden (S. 182), nach der Treppe an der Ostseite des Ilerodes-
theaters. Im Innern des Periholos liegen grosse Quadern zer-
streut umher, Fundamente sind nicht mehr vorhanden.
V. Ee&er cOAye Die grosse Masse
der am Burgabhang aufgefundenen Skulpturwerke und in-
schriftlichen Denkmäler, soweit sie nicht von der Oberfläche
des Burgfelsens herabgestürzt oder etwa aus dem anstossenden
Theater hierher verschlagen sind, rührt aus dem Asklepieion
her. Von der Existenz des Heiligthumes der Ge und Demeter
gehen nur einige Inschriftensteine Zeugniss, welche oben auf-
gezählt worden sind *. Die Zahl der Denkmäler, von welchen
angenommen werden kann, dass sie von der Cultstätte der
Aphrodite stammen, ist gleichfalls gering, sie sollen unten an-
geführt werden. Nach monumentalen oder inschriftlichen
Überresten aus dem Tempel der Themis sucht man vergebens.
Diese Statistik lässt erkennen, dass das Heiligthum des As-
klepios unter den benachbarten in der historischen Zeit das
angesehenste oder doch das volksthümlichste gewesen ist.

* S. 477. Später sind noch zwei Marmorbloeke gefunden worden, weiche beide
die Aufschrift Koupotpotomv hatten , vgi. 'AQyjvatov V4 S. 4 47 f.
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