Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DER AKROPOLIS IN ATHEN

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Nachdem sich der Asklepiosdienst relativ spät und aus un-
scheinbaren Anfängen entwickelt hatte, ist er wegen der fort-
währenden und allgemeinen Heilsbedürftigkeit der Menschheit
bald zu einem der populärsten in Griechenland geworden und
hat in der Folge zu denjenigen Culten gehört, welche sich
am längsten neben dem eingedrnngenen Christenthum gehal-
ten haben. Das athenische Asklepieion rechnet Pausanias zu
den berühmtesten (eTrKpxvscTXTx) seiner Zeit (11 26, 8). As-
klepios wurde in demselben gemeinschaftlich mit Hygieia
verehrt; die zwei Tempel, der alte und der später neben
diesem gebaute waren beiden Gottheiten geweiht und der
Priester, der den Dienst in ihnen versah, heisst offiziell
tspsu; 'AcxAviTiaou xxt 'Yyn(x$ (vgl. oben S. 174). Neben den
beiden Hauptgottheiten wurden wie in den Asklepieien anderer
Städte so auch in Athen die Asklepiaden verehrt. Pausanias in
der Beschreibung des athenischen Heiiigthumes erwähnt Tx
xyxkgxvx ToS Qsou xxt T&v 7rx(^mv und auf gefundenen Reliefs
erscheinen in der Umgebung des Asklepios und der Hygieia
die Asklepiaden Machaon, Akeso, Jaso und Panakeia mit bei-
geschriebenen Namen U ln einem Epigramm aus dem 4ten
Jahrhundert werden die Kinder des Asklepios dessen ogo^mgor.
genannt:
.c'tspmcs 'AcxTr/iT^S)
7rpC)T0$ tApucxgevo; QyAxn Oslx^ uTroO^xx^.
Unzweifelhaft richtig hat Kumanudis die Inschrift, welche
von ihm im 'AQvivxMw Yi S. 137 edirt worden ist, als von
einem Altar herrührend bezeichnet 2. Dieser Altar aber war,

* Diese und noch andere Asklepiaden werden in einem Hymnos aufgezählt,
der auf Stein eingegraben in dem Asklepieion aufgesteRt war, s. den Text im
'A8ipatov VI S. 143.
2 Am Anfang des ersten Hexameters scheint der Name Ty)Mp.Kxo$ gestanden
zu haben, der in ähnlicher Verbindung in einem andern von Kumanudis a. a. 0.
S. 138 mitgetheilten Inschriftenfragment vorkommt. Ein zweites Fragment der-
selben Stele ist noch unedirt. Die Inschrift scheint in erzählender Form abge-
fasst gewesen zu sein und über die Stiftungen berichtet zu haben, welche
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