Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 242
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DER SUEDABIIANG

wie weiter aus dem Inhalt der Aufschrift zu schiiessen ist^
nicht die ursprüngliche Gründung sondern eine Erneuerung
derselben. Auch hatte das Epigramm wohl eine Fortsetzung .* *
Nun ist es allerdings möglich., dass es ein Nebenaltar war^
dessen Reste ausgegraben worden sind;, allein die nächst-
liegende Annahme ist dies nicht und aus verschiedenen Grün-
den halte ich es für wahrscheinlicher^ dass wir in dem obigen
Distichon die Aufschrift eines der Hauptaltäre der Heilgötter ^
desjenigen vor dem älteren oder desjenigen vor dem später
gegründeten Tempels wenn auch nicht vollständig vor uns
habend Eigene Altäre haben die Asklepiaden^ welche den
Altar ihres Vaters theilten^ gewiss nicht gehabtA
Indess die Asklepiaden sind nicht die einzigen göttlichen
Gestalten gewesen^ welche am Burgabhang neben Asklepios
verehrt worden sind. Auch die eleusinischen Gottheiten haben
im Asklepieion eine Stätte gefunden. Zugleich mit den auf
die Heilgötter bezüglichen Monumenten sind einige Denkmä-

verschiedene Männer im Asklepieion gemacht hatten. In dem unedirten Stück
ist unter anderem von Anpflanzungen die Rede Danach wird anzu-
nehmen sein, dass in dem Askiepieion ein heiliger Hain war. Auf dieselbe
Vermuthung führen einige der gefundenen Reliefs, auf denen Hvgieia auf einen
Baumstamm gestützt dargestellt ist, um welchen sich die Schlange windet, vgl.
Taf. XVI. Der Name T^X^pa^o; kehrt noch in einer dritten Inschrift wieder,
die sich wie die an letzter Stelle besprochene auf die Geschichte des Askle-
pieion bezogen zu haben scheint.
* Vgl. die Aufschrift einer Herme Corpus inscr. Att. I 381
Ilp'tp pAv KaXX'.v^Xy); 'BpuTavo, TovBs 3* §xs!vou
^o-c^avH', yaptv avvtBtBou.
2 Von der Fortsetzung der Inschrift scheint das folgende nachträglich mir zu
Gesicht gekommene Fragment herzurühren :
Eat$ 5no9y)p.ot?[vvat$ uu -— uu — vu — —
ßtupAv v6v8' u -— uu — uu — —
Material und Schriftcharakter stimmen.
^ Dass in der späteren Zeit dem "Ynvo$ im Asklepieion geopfert worden sei,
kann man nach der folgenden Widmung vermuthen : 'AcxXTinLM xal 'FytsG
Ttü "Y*nvm Oeo)ptxo6 EuvBpopou E-retptEUi; ^apu?v?jpmv ('AO^va^vV S. 326). Die
Inschrift rührt aus der zweiten Hälfte des ersten vorchristlichen Jahrh. her,
vgl. Corp. inscr. Att. II 470 Z. 108 Col. I mit der Var. lect.
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