Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 252
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DER SUEDABHANG

mit dem Unterschiede, dass hier die Terrassen der Artemis
Brauronia, der Athena Ergane und der Parthenos von Westen
nach Osten aufsteigen. Vor dem Bau der perikleischen Propy-
läen wurden die beiden Terrassenanlagen am Abhang und
auf' der Oberfläche des Burghügels durch einen in Schlangen-
windungen laufenden Felsweg mit einander verbunden.
Dass das Asklepieion im Osten des Burgabhanges in der
Nähe des Theaters gelegen habe, bedarf keines Beweises; nur
die Ausdehnung desselben nach Westen hin kann fraglich
sein. Manchen wird das Vorhandensein einer wasserreichen,
in früher Zeit überbauten und auch inschriftlich als alte Anlage
bezeugten Quelle auf der mittleren Terrasse als ein zwingender
Grund erscheinen, das Temenos des Asklepios bis zur zweiten
Terrassenmauer auszudehnen. Obwohl ich meine Ansicht im
zweiten und dritten Abschnitt bereits dargelegt habe, halte
ich es doch nicht für unnöthig, die Gründe, welche mich be-
stimmen anders zuurtheilen, hierzuresumiren. Das Terrain
um die Quelle bei D ist durch das höhere Niveau und die
Reste der Stützmauer als eine besondere Terrasse, als eine An-
lage für sich gekennzeichnet. Jede der beiden Terrassen, die
mittlere und die östliche, hatte ihre Tempel, ihre Hallenan-
lage, ihre Quelle. Auch wenn man die oben (S. 236) constatirten
Reste der westlichen Peribolosmauer des Asklepieion als solche
nicht anerkennen wollte, so würde doch die Richtung der
südlichen nicht zu bestreitenden Mauer A gegen die Aus-
dehnung des Heiligthumes bis auf die zweite Terrasse sprechen.
Nimmt man diese letztere hinzu, so bekommt man ein As-
klepieion mit zwei Quellen. Der Wasserfluss der Quelle in
der ((Tholos)) ist jetzt allerdings spärlich, namentlich im
Vergleich mit der Quelle auf der zweiten Terrasse, aber vor
mehreren tausend Jahren kann dies anders gewesen sein;
auch Quellen wachsen und vergehen. Die Kallirrhoe z. B.
würde Niemand an dem jetzigen Wasserstand erkennen *.

i Pausanias 121,4 erwähnt die Quelle im Asklepieion wegen der Sage , dass
bei derselben Halirrhothios der Aikippe Gewalt angethan habe; Xenophon
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