Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 253
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DER AKROPOLIS IN ATHEN

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Euripides (Hipp. 32) nennt den Tempel der Aphrodite xxvo-
tj^ov Tpo^-üvix;, dies ist in jedem Fall etwa saKs
zu verstehen, setzt man aber das Aphrodision jenseits der
mittleren Terrasse an , so wird durch das Museion die Nord-
ostküste des Peloponnes dem Blick vollständig entzogen.
Das Temenos des Asklepios reichte im Westen nicht über
die Hallenanlage Ad hinaus. Die westliche Peribolosmauer,
deren Fundamente erhalten sind, hatte in der Flucht der
Tempelruine G einen Eingang mit einer Vorhalle an der In-
nenseite (S. 237). Hier war die 7upoTspov ou?x vo tspovsöro3o$,
das TrpoTTrtAov mit der cTsy/i, welches dem alten
Tempel, dem xp^xfov x^(3pugx gegenüber (xTrsvxvTE) lag (S.
174) * *. Die Ruine G bezeichnet die Stelle des xp^xfov x<pt^pu-
px. Der zweite Tempel muss östlich von G auf der Stelle ge-
legen haben, wo später die christliche Kirche stand. Auf der
untersten Stufe der Halle A A sind Einsatzlöcher für Anathe-
mata in ziemlicher Anzahl, diese Einsatzlöcher linden sich
aber nur an der östlichen Hälfte der Halle. Daraus ist zu
schliessen, dass der zweite Tempel bereits stand, als die
Halle gebaut wurde. Wäre der jüngere Tempel später gebaut
als die letztere, so würden vermuthlich auch hei dem alten
Tempel auf der westlichen Hälfte des Hallenstylohates Spuren
von Anathemata sein. Die Halle war nach der inneren Ein-
richtung zu schliessen zur Bequemlichkeit der Kranken und
anderen Verehrer des Gottes gebaut; später scheint sie auch
dazu benutzt worden zu sein Anathemata darin unterzubrin-
gen. Ausser den ausgeführteren Weihreliefs sind bei den Aus-
grabungen in grosser Menge Nachbildungen von menschli-

Mem. m 13, 3 wegen der Wärme des Wassers. Die Quellen auf der mittleren
und auf der oestlichen Terrasse haben beide kein frisches Wasser, der Wärme-
grad war im vergangenen Sommer, mit dem Thermometer gemessen, genau
derselbe.
* Zu den S. 174 angeführten Stellen über die beiden Propyla ist die nach-
stehende Inschrift hinzuzufügen : 'AcxX^ntM xa't 'Ty^'a A^-cpto? 'Avuoyou
Etp7puo; ^axopEuoa; vö ^3amo; -co3 nponuXztou ccpdiaa: av^xEV ^ntgsXyiTEuovco?
KtuxMvtou Ma^tgou Ra]xopEÜovT[o;], vgl. 'AQipzmv V S. 319 N. 43.
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