Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 273
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GRAEBERFUNDE IN SPATA

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Kunstdarstellungen zum Theil mit eingewitkt haben? Weite-
res lehrt der Vergleich mit kleinasiatischen Münzen, vgl.
Mitth. I 324. Den dort beschriebnen Prismen reihen sich dem
künstlerischen Werthc nach die oben erwähnten Goldringe
an. Die Doppelaxt, welche auf einem derselben vorkommt,
ist ein gerade in Klein-Asien heimisches Symbol. Die myko-
nischen aus Gold gefertigten Doppeladler kehren ähnlich auf
Felsreliefs in Kappadokien wieder (Mitth. ! 324).
Indess dürfte sich die Voraussetzung, dass die Funde von
Mykene und Spata vorzugsweise die Kunst des vorderen
Asiens in einer bestimmten Epoche vertreten, erst weiter ver-
folgen lassen, wenn auch dort Alterthümer aus derselben
Zeit in reicherer Anzahl werden aus Licht gezogen sein.
Indem wir bisher den Einfluss des Auslandes näher zu
bestimmen suchten, haben wir nicht immer zwischen impor-
tirter Kunst und importirter Waare streng zu scheiden
vermocht. Wenn sich für die letztere als einigermassen
sicheres Kriterium eine erhebliche Differenz in der Technik
und in der Verwendung des Materials gegenüber dem Haupt-
bestande aufstellen lässt, so dürften ausser den massiv goldnen
Ringen und gravirten Prismen sowie der kleinen Vollßgur
eines sitzenden Löwen besonders ein Gefäss und ein Stierkopf
(beide aus Silber) dazu gehören, welche überraschend ent-
wickelte Formen aufzuweisen haben. Einige der Goldgefässe
scheinen sich diesen Stücken anzuschliessen.
Dagegen sind an Ort und Steile gearbeitet worden:
die Gegenstände aus Terracotta (Idole und Thongefässe, vgl.
Mitth. 1 313 ff.), die Steinreliefs (Mitth. I 317 ff.), die Pas-
ten, zu denen Hohlformen existiren, die Goldmasken und
überhaupt wohl alle speziell zur Ausstattung der Todten ge-
fertigten Schmucksachen aus dünnem gepressten und getrie-
benen Golde*. Für letztere, soweit sie aus geprägten Plätt-

* Es hat sich spiralartig aufgeroltter hantiger Golddraht ausserhatb der Grä-
ber gefunden, welcher offenbar zur Verarbeitung bestimmt, oder Ueberrest
von verarbeitetem war.
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