Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DAS KORINTHISCHE AMPHITHEATER

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mehr erkennen. Jetzt sieht man., bis man ganz dicht dabei ist;
von dem ganzen Gebäude; wenn man es so nennen darf,
nichts. ))
Die Existenz von Grotten an dem geräumigen Gebäude gab
am Ende des siebzehnten Jahrhunderts Veranlassung zu einer
sonderbaren Benutzung des Amphitheaters.
Während des Krieges der Venezianer gegen die Türken;
welcher mit der Eroberung Morea's durch Morosini endete;
hatte die Pest auf der Halbinsel gewüthet. Die Krankheit
dauerte schonungslos auch während der venezianischen Herr-
schaft fort. Viele von den Beamten der Commission der
welche die Aufgabe hatte; das Territorium
zu messen und das Land zu ordnen, erlagen derselben.
Noch Jahre hindurch wurden die aus dem Peloponnes nach
der abgeschickten Berichte der venezianischen
Gouverneure zum Zwecke des Desinlicirens in Venedig durch-
stochen. So hatten denn die Eroberer bei der auch sonst
dornenvollen Aufgabe der Wiederherstellung des Landes
nicht wenig damit zu schaffen, Vorkehrungen gegen die
Seuche zu treffen und besonders Lazarethe zu errichten.
Korinth aber war der von allen am meisten gefährdete Ort
sowohl wegen des grösseren Verkehrs als auch wegen
des fast ständigen Andranges einer ziemlich zahlreichen
Armee, welche dort zur Verteidigung des Landes gegen die
Türken des nördlichen Griechenlands stationirte. Da hat
nun der einsichtsvolle Provveditor Francesco Grimani daran
gedacht, ausser den sonstigen verschiedenen Maassregeln,
die er als Schutzmittel anwendete, auch das Amphitheater
von Korinth als Lazareth zu verwerten. Hierüber berichtet er
in seinem aus Korinth an den Senat am 25. September 1701
(1700 st27e7mouo^ gerichteten Schreiben, welches mit seiner
übrigen officiellen Gorrespondenz im Archive von Venedig auf-
bewahrt wird L Damit hatte es aber nicht sein Bewenden ; er

* Brief N° 120 in der Filza N°8 der Dispacci dei Provveditori
im venezianischen Archivio dei Frari.
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