Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DIE ANTIKEN KUNSTWERKE

gleichmässig auf die Seitenlehnen des Throns gelegt. Auf
Schultern und Brust fallen je drei symmetrisch vertheilte
Haarmassen. Das Gewand auf Brust und Schooss ist ohne De-
tail und erscheint le der artige nur zwischen den Unter-
schenkeln sind einige senkrechte Falten angebracht. Die Füsse
kommen nackt unter dem Gewände zur Hälfte hervor. Die
Proportionen der ganzen Figur sind wie bei der vorigen
durchaus quadratisch; auch hier bilden die Oberschen-
kel eine schräg abfallende Fläche, wie denn überhaupt diese
Figur auch ihrer Natur nach das weibliche Gegenstück zu
dem eben beschriebenen Unterweltsgotte sein wird.
IMaennHche 9 voHe Thcmfigur.
M. 278. — G. v. Brac/mos. Gefunden nord-östlich von der
Stadt; nahe dem Eurotas, bei einem antiken Ofen,, wo auch
kleinere Terracotten, Gefässe u. a. zum Vorschein kamen. H.
des erhaltenen Oberkörpers 0,19, ein Arm 0,21.
Der untere Tlieil vom Nabel abwärts und der r. Unterarm
fehlen; der Kopf ist abgebrochen aber vorhanden U
Nackte jugendliche Figur in steifer Haltung mit breiten
Schultern, ziemlich schlanken Hüften und etwas eingebogenem
Rücken. Der 1. unverhältnissmässig lange Arm lag mit
der Handfläche, wie ein Ansatz daselbst beweist, dem
Schenkel an, dieselbe Richtung zeigt der r. Arm. Der
Kopf ist eiförmig zugespilzt: unter einer breiten ge-
malten Tänie erscheinen regelmässige Löckchen, vor den
Ohren ist je eines zierlich emporgerolit (wie es scheint be-
sonders angesetzt). Die Ohren sind sehr gross und gleichfalls
besonders angesetzt, die Nase stumpf vorspringend und wie
geschwollen ; auch das Kinn steht hervor. Bemalung: ein-
gebrannt ist die schwarz-braune Farbe, mit der das ziemlich

* Das im Bull. d. Inst. 1873 S. 185 von G. Hirschfeld sehr flüchtig erwähnte
archaische Terracottakoepfchen mit Bemalung ist sehr wahrscheinlich eben
dieser Kopf.
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