Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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AUS SPARTA UND UMGEBUNG

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Der schwerfällig-derbe Stil, die übertrieben muskulöse
Bildung mancher Partieen, die Vernachlässigung vieler
(theilweise wohl der Farbenwirkung überlassenen)^Details
liess mit Recht an die Metopen von Selinunt erinnern (Conze-
Michaelis a. a. 0. S. 35). Beachtenswerth ist die gute Raum-
verwendung. Die Schlangen und doch wohl auch die Fund-
umstände führen auf die Annahme sepulcraler Bestim-
mung unserer Stele; die bisher versuchten mythologi-
schen Deutungen scheinen wenigstens nicht erwiesen.

RoHof aus Chrysapha
Mit zwei thronenden Gottheiten und Adoranten (A).
Tat. XX. XXI.
Chrysapha (3 Stunden östl. von Sparta), im Hause des
C/mzsüM welcher das Relief etwas über 1/2 Stunde
südlich von Chrysapha am Südabhang eines Hügels fand;
die Gegend wird Pt'Aromyy&ihü genannt. Das Relief stand,
nach der durchaus glaubwürdigen Angabe des Finders,
aufrecht in einer tumulusartigen Anhäufung von
Erde und Steinen, unter denen sich grössere rohe Steine be-
fanden A Nur wenige Fuss von der Fundstelle lag, mit andern
dort aufgeschichteten Steinen vermengt, eine völlig unbear-
beitete Platte mit der Inschrift BEPMANO^, die sich eben-
falls im Hause des Plagakis befindet (zur Inschrift vgl. An-
hang n. 4).
Relief (wie Inschrift) aus grau-blauem mittelkörnigem

eben dieser Bart, für den sich in Sparta auch sonst noch Anaiogieen finden
(vgl. n. 7. 8. 14).
- Zugleich mit dem Relief fand Plagakis eine ziemlich dünne, viereckige
Terracottaplatte (H. 0,08, B. 0,07) auf welcher zwei kleinere Buckeln
und darunter in der Mitte eine flache Erhoehung zu sehen ist ( Votiv ? Idol ?);
ebenso ein kleines, augenscheinlich mit der Hand verfertigtes schwarzgefir-
nisstes Toepfchen mit zwei Henkeln (H. 0,035 ). Zahlreiche Fragmente
feiner schwarzgefirnisster Vasen und Scherben grober Gefässe ohne Firniss
lagen bei unserm Besuche an der Fundstätte umher.
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