Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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AUS SPARTA UND UMGEBUNG

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hängt und dessen äusserer Umriss der Rückenlinie folgt.
Die geschlossenen Füsse sind nackt.
Die hinter dem Manne stehende Frau (ihr Gesichtstypus
gleicht demjenigen ihres Gefährten und ähnelt auch dem der
sitzenden Göttin) hat eine der thronenden Göttin ähnliche
Haartour; nur dass auch eine Tänie und ein auf den
Rücken herabfallender perlenschnurartiger Zopf sichtbar
werden. Über das eng anliegendenur die Reine scheidende
und durch wenige Diagonallinien charakterisirte Untergewand
fällt; nur Brust und Oberarm verhüllend ein (wollener?)
Überwurf mit engeren Vertikalfalten; längs dem Arm mit
vier Knöpfchen genestelt; nach der Brust ein schräg vom
Nacken abfallender Saum. Stellung der Beine und Füsse und
die Richtung der Arme wie beim Manne : ihre zierlich erho-
bene R. hält am sehr kurzen Stiel eine Blume (in archaischer
Weise stilisirt; der Lotosblüthe ähnlich; wahrscheinlich aber
eine Granatblüthe darstellend); die U. einen Granatapfel.
Hinter dem Thron richtet sich ziemlich senkrecht eine
grosse Schlange empor : die Ringelung des Schwanzes; auf
dem sie ruht; ist vielleicht wegen Raummangels zwischen den
Füssen des Throns angebracht; doch könnte damit auch an-
gedeutet sein, dass ihr Platz unter dem Götterthrone ist.
Der hundeähnlich gebildete Kopf schaut horizontal über
die Thronlehne weg und zeichnet sich durch einen langen
schmalen Bart und grossen Kamm aus; welcher auf der
Nasenspitze sitzt. Der Bauchtheil der Schlange ist von unten
bis oben geschuppt.
Nähere stilistische und erklärende Ausführungen dieses
und der folgenden Reliefs imExcurs am Schlüsse des Katalogs.

ReHef mit ganz aehnHchen BarsteMnng (B) *
Tat. XXII.
M. 3. — Gefunden auf dem Grundstück des Dem. TfeütVAts

* Wo nicht Unterschiede besonders hervorgehoben werden reicht die Aehn-
lichkeit mit A bis in die stiiistischen Detaiis.
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