Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DIE ANTIKEN KUNSTWERKE

abhängenden Arme je eine senkrecht herabfallende geknotete
Wollenbinde (Form einer Perlenschnur). Auf dem Kopfe trägt
sie einen bis an die obereReliefkante reichenden korbähnlichen,
fächerartig sich ausbreitenden Aufsatz, der oben mit strahlen-
förmigen und horizontalen Linien versehen ist. Zu beiden
Seiten der Frau je ein ihr zugewandter völlig nackter Dioskur
(derjenige r. stark beschädigt) mit pileus. Von den rechten
Schultern geht quer über die Brust ein breites Band (Wehr-
gehenk}); an ihren linken Seiten das Schwert, an dessen Griff
der rechts stehende die 1. Hand legt, während derjenige links
mit der gleich hoch erhobenen Rechten an das Wehrgehenk zu
fassen scheint *. ln den mehr gesenkten anderen Armen ruht
je eine schräg gestellte Lanze, die Spitze nach unten
(diese ist bei dem Dioskuren 1. in Absätzen verjüngt oder
wie geflammt, bei dem andern lanzettenförmig).
Sehr flaches Relief, etwas flüchtig gearbeitet.
Darunter die Inschrift:
Ot2]THOENTE^ETHAN^E^..
deren Fortsetzung gewiss auf einem andern Steine stand.

BUoskMremreHef ( Anathem ). E.

M. 7. — G. v. H. 0,50, B. 0,49. Bläulicher
Marmor.
Es fehlt die rechte untere und linke obere Ecke (dort Un-
terschenkel des einen Dioskuren und eine Urne, hier Kopf
und r. Brust des andern).
Vgl. BnB. 1873 S. 183 (G. Hirschfeld); Le Bas,
Um/m/e nrcA. inscr. Sparte n. 162
Die Dioskuren mit langem Haar und runden Mützen
stehen symmetrisch in Vorderansicht (äussere Standbeine);
von ihren 1. Schultern hängt eine kleine Chlamys herab. Von

* Conze-Michaelis (a. a. 0.) haben in dieser Hand « una patera « gesehen,
was vielleicht richtig ist.
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