Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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AUS SPARTA UND UMGEBUNG

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den äusseren wie zum Halten von Lanzen im rechten Winkel
erhobenen Armen zeigt der erhaltene (des Dioskuren r.) ein
senkrechtes durch die Hand gehendes Bohrloch (zum Durch-
stecken; doch kann etwa eine Broncelanze nicht darin ge-
wesen sein, da sie wegen des vorspringenden Arms sich nicht
bis unten fortsetzen konnte). Die inneren gesenkten Arme
halten kurze bogenähnliche Stöcke, wohl Peitschen. An den
äusseren Enden des Reliefs neben den Figuren am Boden je
eine Urne mit Volutenhenkeln und konischen Deckeln. Auf
dem Relielfelde zwischen den Köpfen der Dioskuren :
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darunter ein ziemlich ovales ausgemeisseltes Loch (etwa
0,08 im Durchmesser). — Entwickelte, aber etwas harte
Formen.
Mistra, in einer Stufe der äusseren Treppe an der Kirche
der Panagiotissa eingemauert. H. 0,29, B. 0,40. Bläulicher
Marmor.
Schlecht erhalten, üben abgebrochen.
Erhalten ist wenig mehr als die Beine der Dioskuren in
Vorderansicht, welche zu beiden Seiten eines tisch ähn-
lichen Gestells stehen (äussere Standbeine); über den
inneren Armen lag die Chlamys (von der die herabhängenden
Zipfel noch erkennbar sind), die äusseren Arme scheinen,
einem undeutlichen Ansätze nach, auf die Lanzen gestützt
gewesen zu sein. Der Raum zwischen den zwei Tischbeinen
ist ganz durch zwei neben einander gestellte grosse Am-
phoren (mit Fuss) eingenommen. Auf dem Tisch Spuren
von darauf liegenden Gegenständen V

^ Offenbar die heitige Tpaneija -re xott ciXptov en' (Pausan. U!, 16, 3 );
vgl. das Dioskurenrelief von Larissa bei Henzey, Mission archeol. deMacedoine
pl. 25, 1.
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