Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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AUS SPARTA UND UMGEBUNG

41?

Oben abgebrochen. Die rechte Hälfte des Giebels war be-
sonders gearbeitet.
In der Mitte des Giebelfeldes steht auf einer Basis eine bis
zum Brustansatz erhaltene weibliche Figur in Hochrelief (1.
Standbein) mit Untergewand;, Mantel und Schuhen; der
Mantel scheint den 1. herabhängenden Arm mit zu verhüllen.
Da der erhaltene Theil der Figur mit der Basis 0,68 hoch ist,
so ragte die Figur in die breite Giebelprofilirung hinein und
reichte fast bis zur obern Spitze derselben. Auf der 1. Ecke ein
grosses Akroterion. — Rohe Arbeit.
M. (Nummer fehlt). — H. 0,58, L. oben 1,77, unten 0,90,
Tiefe oben 0,63, unten 0,50. Bläulicher Marmor.
Vierseitiges, von einem oben herumlaufenden Gesims-
streifen gekröntes architektonisches Glied, ähnlich einem
grossen Pilasterkapitäl, dessen Schmalseiten unten je eine
sehr tiefe Einkehlung zeigen, sodass die oberen Enden vor-
springenden Mensolen ähnlich sehen. Auf den beiden Lang-
flächen je zwei von den Enden ausgehende flache elliptische
Ausschnitte. Die dadurch begrenzte Mittelfläche zeigt auf der
einen Seite Atlas in Vorderansicht, das 1. Bein schräg gegen
den Boden gestemmt, das r. etwas im Knie gebogen : langes
Haar fällt über seine Stirn, dichter Bart auf die Brust herab.
Mit beiden erhobenen Händen stützt er die auf Rücken und
Kopf ruhende, reliefartig gehaltene, bis in den oberen Kar-
nies hineinspringende Himmelskugel. Entsprechend ist auf
der entgegengesetzten Seite Nike dargestellt, gleichfalls in
Vorderansicht (1. Standbein), mit symmetrisch ausgebreite-
ten Flügeln, langem ungegürtetem Untergewand mit Über-
wurf über der 1. Schulter und Oberarm bis zum r. Knie her-
ab. Die Arme sind bis zur Höhe der Hüften gesenkt; in den
Händen hält sie etwas nach r. eine Guirlande. Der
schleifenartige Knoten über ihrem Scheitel springt, wie auch
die Flügel, in den obern Karnies hinein. — Arbeit durchaus
decorativ.
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