Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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DIE ANTIKEN KUNSTWERKE

Demeter-Persephone sprechen nicht nur sämmtliche übrigen
Attribute sondern auch in vielen Stücken verwandte Kunst-
darstellungen. Endlich Hessen sich auch in der religiösen
Tradition sichere Spuren einer Verehrung der chthonischen
Gottheiten nachweisen, welche, selbst in der späteren Um-
bildung ^ dem vorausgesetzten Begriffe nahe zu entsprechen
scheinen.
Wir haben eine scheinbar naheliegende Benennung auf-
gegeben und das unsichere Gebiet der Conjecturen betreten.
Bei der grossen Schwierigkeit, welche die Interpretation von
Monumenten aus einer unserer direkten Kenntniss entrückten
Religionsepoche und aus einem lokal beschränkten Kreise dar-
bietet, wird auch das Wahrscheinliche seinen Platz an der
Grenze des sicher Bestimmbaren einnehmen dürfen. Es liegt
in dem Charakter neuer Stoffe, die unsere Anschauung wirk-
lich bereichern, dass sie nicht mit einem Mal abgethan sind.
Vielleicht, dass der fremdartige Charakter der spartanischen
Reliefs uns mit der Zeit vertrauter wird, dass sich Gesichts-
punkte linden, unter denen sich dieselben ungezwungener,
als es uns gelungen ist, in den Kreis bekannter Erscheinungen
einreihen lassen.

(Februar 1878.)
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