Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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ZWEI PELOPONNESISCHE BRONZEN

unten gerichteten, mit einem Loche versehenen Bügel aus,
um die Befestigung auf einer grösseren, vieheicht mehreren
ähnlichen Bronzen als gemeinsame Basis dienenden Plinthe
zu bewerkstelligen. Auf der Plinthe findet sich folgende rück-
läufig geschriebene, hinter dem rechten Fusse des Kriegers
beginnende Inschrift, welche ihrem paläographischen Cha-
rakter nach etwa gegen das Ende des 6ten Jahrhunderts zu
setzen ist:

7
A
Oj
TV

d. i. Kxppoi; (für X(zpgo$) <xvs07]xs vm Die Lesung
scheint mir vollkommen sicher; der einzige Buchstabe, über
den man auf den ersten Blick zweifelhaft sein könnte, ist
das My im Namen Karmos, doch sieht man mit Vergrösserungs-
glase deutlich, dass der Mittelstrich des Buchstabens durch
zwei nach oben merkbar divergirende Meisseihiebe berge-
stellt ist L Wir haben es also mit einem Votivhgürchen zu
tliun, welches Karmos dem Maleates weihte. Maleates ist
Apollo, wie wir aus Paus. 2, 27, 7, und 3, 12, 8 wissen.
In der Sammlung der archäologischen Gesellschaft befindet
sich ein kleiner bronzener Ziegenbock ebenfalls aus dem alten
Selinus, der auf beiden Seiten des Körpers die Inschrift :
Mx*Xs:xir% in etwas jüngeren Buchstabenformen als die unsere
trägt 2/ LEOP. JULIUS.

^ [Es wird vielmehr zu lesen sein KaotXo; d. i. X&ptXXo;. (Im Holzschnitt
ist der von mir als Iota gefasste Strich etwas zu kurz ausgefallen, wodurch
die im Text hervorgehobene Aehnlichkeit der Zeichen mit My vermindert wird.)
— U-K-]
3 Vgl. Bull. dell'Inst. 1865 S. 137. Kirchhoff Studien z. Gesch. des gr. Alph.
S. 152 h
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