Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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VERTRAG DER PHOKER UND ROBOTER

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die Sicherheit einer Stadt : Wer von den Bürgern einer vom
Krieg bedrohten Stadt Zugvieh und Sklaven besitzt, soll die-
selben bei den Nachbarn in Sicherheit bringen (u-nrsxiäOsTOxL
sh; Tou$ TrpoTotxou;;), da es nicht erlaubt werden darf, der-
gleichen in die Stadt zu schallen; wer einen Gastfreund be-
sitzt, übergiebt sie diesem für die Zeit des Kriegszustandes,
für die andern muss der Staat sich an die Behörden eines
Nachbarstaates wenden und diesem die Mittel zukommen
lassen, das Anvertraute (vx uTTrsxT^Qsasvx) zu unterhalten.
Der Taktiker spricht hier nicht etwa eine neue Idee aus,
sondern giebt nur an was in solchen Fällen überall in Grie-
chenland Sitte war. So übergeben nach Plut. Alkib. XXIX a.
E. und Xen. Hell. 13,2 die Chalkedonier Sklaven und Vieh
(Astx) den Bithynern (bei Plutarch sxiAQsvTxt, bei Xen. xxT-
sQevvo); die Erythrüer verabreden mit Hermias von Atar-
neus, dass die eine Partei (( des Krieges wegen )) bei der
andern die vorzugsweise gefährdeten Sachen bergen (sx-A-
OscOxG dürfe (Böckh Kl. Sehr. 6, 203) und ebenso ist in dem
Vertrag zwischen Hierapytna und Priansos ^C. E Gr. II 2556)
von solchen Bergungssachen (u-E/6s?nxx) die Rede. Wie es
mit den letzteren gehalten wurde lernen wir aus den beiden
oben angeführten Inschriften im Detail näher kennen. Da es
keine Handelswaaren sondern nur auf kurze Zeit deponirtes
Eigenthum war, das z. B. in der Hermiasinschrift innerhalb
dreissig Tagen nach Friedensschluss wieder fortgeführt wer-
den musste, so wäre es unbillig gewesen, davon einen Ein-
fuhrzoll zu fordern. Liess der Deponent aber die Sachen
länger da oder verkaufte er sie zur Ausfuhr, so wurden die-
selben als Handelswaaren angesehen und der Hafenzoll erlegt;
da es sich meist um lebende Waare handelte, wurde zugleich
festgesetzt, dass etwaiger junger Nachwuchs denselben Be-
stimmungen unterliegen sollte. Die darauf bezügliche Stelle
aus der kretischen Inschrift, die zur Ergänzung der obigen
herangezogen werden kann, lautet : ei 3s vt xx 6 Tspx-u-rvLo;
uxsyQviTxt s$ IIpnGcLov vj 6 IIptxvTxS'j:; s;; Tspxxuvvxv ovLotiv, x*s-
"Xsx scTo) xxt STxyopsvü) xxt s^xyopsvtp xutrx xxt vouvtw vo;.
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