Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN REt HAGIA TRIADA

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Mauerstücke nach der Art ihres Dunes, der Behauung der
Steine und des Materials zu untersuchen, um womöglich die
ein und derselben Zeit entstammenden Bauten zusammen zu
linden und die Reihenfolge ihrer Erbauung festzulegen.
Bei Angabe des Materials wählte ich die in der Geologie
gebräuchlichen Bezeichnungen. Sie allein geben für die Aer-
gleichung einen bestimmten Anhalt und ich möchte wünschen,
dass man allgemein diese wählte und sich von völlig un-
bestimmten Ausdrücken wie zum Beispiel K Poros )) frei
machte. Der in Attika zu Bauten verwandten Steinarten sind
so wenige, dass es leicht ist die Kenntniss ihres geologischen
Namens sich anzueignen.
Der Versuch die Bauten einer bestimmten Zeitperiode zu-
zutheilen, ist schwierig. Die Geschichte der Stadt Athen und
namentlich die der Architektur der Profanbauten ist zu einer
sicheren Bestimmung noch nicht weit genug vorgeschritten.
Doch hoffe ich, dass diese Arbeit etwas zur Klärung der
Frage mit beitragen wird.
Wir betrachten zunächst das Thor I, dessen Abschluss n
noch wohl erhalten ist. Von den die Thorgasse bildenden
Mauern 3 und 4 springen thurmartige Verstärkungen nach
innen vor und verengen den Raum auf 3,85 Meter.
Nach den im Piräus angestellten Ermittelungen betrug die
Spurbreite der altgriechischen Wagen 1,45 Meter. Das Thor
liegt nicht in der Axe des durch die zwei Mauern begrenzten
Raumes. Der dem ins Freie Tretenden zur Rechten liegende
Thurm 2 springt um zwei Meter weiter aus der Mauer vor
wie 1. Die Erklärung hierfür ist wohl die, dass man einen
Raum schaffen wollte, in welchem die hinaus oder hinein-
fahrenden Wagen den ihnen entgegenkommenden ausweichen
konnten. Da nur der eine der Wagen auszuweichen brauchte,
genügte es an einer Seite des Thorhofes diesen Raum her-
zustellen.
Auffallend ist dass die nur 1,15 Meter dicke Mauer 3 nicht
im rechten Winkel zu dem Thurme steht, sondern mit ihm
einen spitzen Winkel bildet. Das Material dieses Thores <2 ist
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