Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA

nach Eleusis, welchen die Processionen dorthin einschlugen
nnd welcher der heilige Weg genannt wurde, gewiss ein Be-
weis für die Berechtigung der Bezeichnung.
Durch dieses Thor ging Pausanias nach Eleusis (I 36, 3),
am Wege dahin erwähnt er des Denkmals des Anthemokritos.
Dieses muss an der östlichen Seite des Weges gelegen haben,
da Plut. Per. 30 überliefert, dass Anthemokritos Tixpx Tx;
OptKclx; beerdigt sei.
Die bei dieser Annahme grosse Strecke der Stadtmauer
zwischen dem Piräischen Thore und dem heiligen Wege hat
an der Richtigkeit der Bezeichnung Zweifel erweckt, wegen
Plut. Sulla 14 XOTO^ 3s 2u)Ax$ TO gSTX^'J T'?j; IIs^XLX^ 7?uky]<;
xxl T*?j; tspx; XXTXTXX^X{; xxt cuvogxluvx; 7?spt gsax^ vöxTX^ SL?-
vt^xuvs <ppLX(i)3v]; XT^. Man hat hier hcrausgelesen, dass Sulla
in einer Nacht die ganze zwischen den beiden Thoren befind-
liche Strecke habe abreissen lassen ; dies wäre allerdings un-
denkbar, und steht auch nicht da. Der Irrthum entstand
dadurch, dass 7?spl gs?x; vuxTx; auf cuvogx\uvx$ bezogen
wurde. Es bezieht sich nicht hierauf, sondern auf s^7xuvs.
Die Richtung der Gräberstrasse hat dazu verführt in dem
Thore 1 das Piräische Thor zu suchen. Es beweist diese Strasse
aber nur, dass ein Verkehr durch dieses Thor mit dem Piräus
stattgefunden hat. Alle Leute, welche in der Nähe des Thores
gewohnt haben, und die, welche tiefer als die Agora wohnten,
werden durch dasselbe zum Piräus gegangen sein um das
Hinaufsteigen zu dem hoch gelegenen Piräischen Thore zu
vermeiden. Wie Kauperts Vermessungen Athens ergaben, liegt
Thor I auf 47,4 M. über dem Meere, die Agora etwa 66 M.
Von letzterer aus war zu dem Piräischen Thore, welches auf
52,8 AI. lag, nur eine geringe Steigung über den Kolonos
agoraios (s. Wachsmuth 1 Tafel I), der auf 68 M. liegt, zu
überwinden. Von der Agora aus ging der Hauptverkehr sicher
durch das Piräische Thor, als dem nächsten Wege, und nur
dieses Thor kann den Namen Piräisches getragen haben,
wegen der Richtung auf die Hafenstadt.
Oestlich des heiligen Thores liegt das auf Seite 32 bespro-
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