Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA

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ebene Dipylon, das auf dem Plan mit H bezeichnete Thor.
Dasselbe steht im rechten Winkel zu dem westlichen Mauer-
stück und nur wenig springt die westliche Thorwange aus
dieser Mauer vor. Das Thor zeigt auf die nach dem Kolonos
Hippios führende Strasse und ist entsprechend der Wichtig-
keit seiner Lage am schwächsten, weil niedrigsten Punkt
der Stadtmauer sehr stark ausgeführt. Es hat wie das soeben
besprochene Thor einen ersten und zweiten Verschluss, beide
mit zwei Eingängen erbaut, und glaube ich, dass es des-
wegen die Bezeichnung ^-^Aov erhalten hat. Die Thore im
Piräus und Thor I sind auch mit zwei hintereinander lie-
genden Verschlüssen versehen, ohne dass sie Doppelthore
hiessen.
MitdemNamen Dipylon ist es, glaube ich, gar nicht nöthig
die Ansicht zu verbinden, dass in die zwei Thoröffnungen
zwei Wege von verschiedenen Orten herkommend eingemündet
haben. Man kann doch eben so gut annehmen, dass der
grosse Verkehr nach einem Ort 2 Oelfnungen nöthig gemacht
habe. In diesem Falle jedoch werden wir nicht fehlgreifen, wenn
wir annehmen, dass sowohl der Weg von der Akademie,
wie von Thriai hier eingemündet habe (vgl. oben S. 33).
Das vordere Thor liegt acht Meter hinter die Linie der
Mauer 22-24 zurückgezogen, so dass der Thurm 32, welcher
die Verbindung dieser Mauer mit dem Thor bildet, dasselbe
wirksamst fiankiren konnte. Der Thurm 31 hat ? Meter im
Quadrat, ist massiv mit einem Kern aus gleich grossen Nagel-
fluhblöcken und einer Verkleidung aus fein behauenen und
wohlgefugten Kalksteinquadern gebaut. Nur 2,60 Meter von
diesem Thurm entfernt springt der Vorbau 32 aus der Mauer
vor, die eine Seite des vorderen Doppelthores bildend. Die
-andere Seite des letzteren wird durch den Pfeiler 34 gebildet,
welcher 3,76 M. breit und noch jetzt 3 M. dick eine kräftige
Stütze für das Thor abgab. Er ist nicht mehr völlig erhalten,
auch in späterer Zeit ausgebessert, wie die auf ihm liegenden
Lirab- und Inschriftsteine bezeugen. Das Thor selbst, wir
nennen es e, ist 3,45 M. breit; es zeigt noch an beiden
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