Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA

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scheiterte, war also besonders verstärkt und zur Aufnahme
vieler Vertheidiger hergerichtet. Auch hier ist die Mauer
völlig massiv. Der Kern besteht wieder aus regelmässig ge-
schichteten Nagelfluhblöcken, welche alle gleich gross durch
ihre Festigkeit gerade zu Festungsbauten vorzüglich geeignet
sind. Die Verkleidung bildete der schon öfter erwähnte Kalk-
stein.
Das oben schon genannte Thor ^ ist 4 M. breit, wird aber
durch die vorspringenden Tragesteine für die Thorangel und
Pfosten auf 3,45 verengt, entspricht also dem Thore e.
Die östliche Seite des Thores ist noch völlig erhalten in
der Mauer 41, welche 4,5 M. dick ist. Von dem Pfeiler 39 ist
nur eine kleine Ecke erhalten, welche jedoch zu seiner Er-
gänzung ausreicht. Hinter dem Pfeiler, 1,38 M. von der Ecke
dieses Bruchstücks entfernt, ist uns noch ein kleiner Altar
40 dem Zeus und Hermes geweiht m erhalten, von dem
man mit Gewissheit annehmen kann, dass er hinter der Mitte
des Pfeilers gestanden haben wird. Auf der andern Seite des
cylindrischen auf quadratischer Grundfläche stehenden Alta-
res, dessen Grundfläche 1 Quadratmeter ist, ergänze ich also
auch noch 1,38 M. und erhalte 3,76 M., welches genau der
Dicke des Pfeilers 34 entspricht.
Ohne Zweifel werde ich das Thor c in derselben Weise wie
/ durch Hinzufügung der Mauerverstärkung 37 ergänzen
können, und somit wären alle vier Thore gleich breit. Zu
bemerken ist auch hier, dass die Thore nicht in der Axe
der ganzen Anlage sich befinden. Sie liegen nahe der west-
lichen Seite des Thorhofes, eine Erscheinung, welche ich
schon am Thore 1 nach wies.
Von besonderen Eigentümlichkeiten, welche ich gleich hier
mitbespreche, ist das Grabdenkmal 33 vor dem Pfeiler des
ersten Abschlusses zu erwähnen, dann das Fundament 38,
dessen Bestimmung nicht mehr zu erkennen, und endlich das
Brunnenhaus 42 rückwärts des zweiten Verschlusses, welches
an keiner andern Stelle wohl einen passenderen Platz hätte
finden können und dessen Reste noch Kunde davon ahlegen,
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