Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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40 DIE THOR ANLAGEN BEI IIAGIA TRIADA
ausgebessert oder der abgestossene Stein durch einen neuen
ersetzt, sondern man liess ihn wie er war; ein Zeichen dass
das Terrain sich soviel gehoben hatte oder soviel aufgeschüttet
wurde, dass die abgestossene Ecke nicht zu sehen war. Wäre
sie noch zu sehen gewesen, so hätte ein griechischer Bau-
meister den abgestossenen Stein gegen einen neuen aus-
gewechselt.
Auch diese neue Lage hat erheblich durch den Verkehr ge-
litten, dieselbe Ecke ist auch hier stark abgestossen, viel mehr
wie bei der ersten Lage, was wohl dem weicheren Material
zuzuschreiben ist. Es ist nämlich piräischer Muschelkalk.
Von dem auf der andern Seite des Einganges ergänzten Thurme
6 ist auch aus dieser Zeit keine Spur mehr zu linden. Auch
dieser Thurm hat späteren Anlagen weichen müssen (s. Seite
45). Es hätte keinen Sinn gehabt die vordere Thoröffnung
breiter wie die hintere zu machen, um so weniger als die
Mauer 3 bei Annahme eines Doppelthores, denn doch nur
ein solches könnte eben wegen der Mauer 3 gedacht werden,
eine wirksame Verteidigung der Eingänge unmöglich ge-
macht hätte.
Westlich des Thurmes 5 befindet sich die kleine nur 1,65
M. weite Pforte 8, welche ihrer jetzigen Beschaffenheit nach
derselben Zeit entstammt wie die zuletzt beschriebene Lage
des Thurmes 5. Üb sie schon vor dieser Zeit bestanden hat,
ist nicht mehr zu entscheiden. Sie diente vielleicht dazu den
durch den Wagenverkehr im Thore & gefährdeten Fussgängern
einen gesicherten Zugang zur Stadt zu schaffen. Bei der Auf-
nahme dieser beiden Thore war es mir von Anfang an auf-
fallend, dass für eine genügende Flankirung der alten Mauer-
züge 10-9, 22-24 nicht Sorge getragen war; ich konnte es
mir um so weniger erklären, als ich im Piräus und in Athen
selbst an andern Stellen so vielfach Gelegenheit gehabt hatte,
die Häufung der Flankirungsthürme an Bauten zu beobachten,
welche ich als derselben und selbst einer früheren Zeit ent-
stammend ansehe. War bei dem reconstruirten Thurme 6
eine Flankirung möglich, so war auf der ganzen 49 Meter
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