Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI IiAGIA TRIADA

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langen Strecke nur diese vorhanden, trotzdem sie so leicht
bei dem Neuhau des Thores 11 durch Hinausrücken des
Thurmes 31 vor die Mauerlinie hätte erreicht werden können.
Die mächtigen Mauern des Dipylon aber standen mir in
gar keinem Verhältniss zu der wie wir oben gesehen haben
schwachen Polygon-Mauer 22-24. 51 -52. Es ist zwar an
einigen Stellen dieser Mauer nachzuweisen, dass sie nach
ihrer Erbauung durch Aullegen grosser Blöcke auf die erste
uns noch erhaltene Lage der polygonen Steine verstärkt wor-
den ist. Es hat den Anschein als ob noch in guter Zeit die
Verstärkung erfolgt sei. Doch seihst wenn wir diese zu gleicher
Zeit mit dem Bau des Dipylon annehmen, wäre die Mauer
nur halb so dick und viel weniger fest gefügt wie die Mauer
des Thorhofes vom Dipylon gewesen.
Sollte also die Stärke des ganzen Thores einen Sinn haben,
so musste eine Verstärkung der Mauer gemacht werden,
welche wenigstens die letztere eben so widerstandsfähig
machte, wie es das Dipylon war. Diese Verstärkung erfolgte
durch den Bau welcher 6 Meter vor den Mauern liegt.
Diese Mauer 26-30 ist 4,30 M. dick und nicht massiv.
Die Aussenwände, zwischen denen Erde liegt, bestehen aus
regelmässig behauenen, doch schon sehr verwitterten Nagel-
ftuhquadern, welche in Grösse und Anordnung den im Kern
der Mauerverstärkung 46 und 36, im Thurme 31 und Mauer
41 enthaltenen völlig entsprechen. Die vordere Wand ist 1,30
M. dick, die hintere nur 0,75. In der Höhe des ursprünglichen
Bodens durchschnitten Rinnen diese Mauer hei 27. 28. 29,
welche wohl zum Abfluss des Wassers aus dem zwischen
den beiden Mauern liegenden Raume bestimmt waren. Sie
sind nicht rechtwinkelig zur Mauerflucht hindurchgeführt.
Entsprechend der soeben besprochenen Mauer linden wir
vorwärts der Mauer 51 eine eben solche Verstärkung in der
Mauer 49-50, welche jedoch, weil sehr zerstört, nicht voll-
ständig mehr erkannt werden kann. Auf der andern Seite des
Thores I linden wir ebenfalls eine solche Verstärkung 11,
welche in ihren Fundamenten dieselbe Construction aus Na-
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