Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA

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Es ist bekannt^ dass nach den Perserkriegen die Stadt Athen
durch Mauern gegen nochmalige Invasion geschützt worden.
Themistokles schob damals den Mauerring nach allen Seiten
vor. Man wird daher die ältesten der bei Hagia Triada auf-
gegrabenen Reste Themistokles zuschreiben können (vgl.
Taf. IV A; die Figur ist in dem Maassstabe der Hauptkarte
gezeichnet). Themistokles baute entsprechend seinen Mitteln
und der grossen Aufgabe fest; aber einfach. Er hatte keine
Zeit zu prächtigen Bauten und kann daher das Dipylon;
welches das prächtigste der in die Stadt führenden Thore
war; nicht von ihm sein. Es ist möglich und sogar wahr-
scheinlich; dass er zu gleicher Zeit mit dem Thor I an der
Stelle des jetzigen Dipylon ein zweites Thor baute; welches
die Strasse von Thriai aufnahm; vgl. Plut. Per. 30 Tx<p-?jvxt
3"Av9sgOX.ptTOV 77Xpx TX$ O^X<Ax; 7TÖXx$ X^ vSv ovogx-
^ovvxt. Die Beerdigung des Anthemokritos fand kurz vor dem
Anfang des peloponnesischen Krieges statt; zu dieser Zeit
hiess also das Thor; vor welchem er beerdigt wurde; das
Thriasische.
War zur Zeit des Todes des Anthemokritos ein besonderer
Eingang für die von Thriai kommende Strasse noth wendig; was
sich aus der Bezeichnung des Thoresergieht; so kann man wohl
behaupten, dass dieseNothwendigkeit zu Themistokles Zeit auch
bestanden habe. Inden dazwischen liegenden Jahren wird sich
der Verkehr nach Thriai nicht so bedeutend gehoben haben,
dass er, wäre er von Anfang an durch ein anderes Thor ge-
gangen , noch eine neue Zuwegung nöthig gemacht hätte. Auf
Tafel IV A wäre also etwa bei x-ß das Thriasische Thor zu
ergänzen.
Themistokles Nachfolger, Kimon, begann in grossartigster
Weise die Ausschmückung der Stadt, er errichtete Prachtbauten
in grosser Zahl auf und in der Nähe des Marktes. Er ver-
grösserte und verschönerte die Akademie, und es wäre daher
wohl möglich, dass er auch das Thor, durch welches der Weg
von der Akademie zum Markte führte, der Wichtigkeit dieses
Weges entsprechend ausschmückte, wenn die Datirung der
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