Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA

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Bauperiode, welche in späte Zeit gesetzt werden muss; der
unordentliche unsolide Bau und die Verwendung aller mög-
lichen schon früher benutzten Steine kennzeichnet sie genug.
Die hier anzuführenden Bauten können, weil sie auf den
schon beschriebenen Resten stehen, der Themistokleisehen
Zeit nicht zugeschrieben werden, obgleich ja derselbe das
Material auch nehmen liess, wo er es fand. Mit dieser letzten
Periode muss die Anlage von Wasserleitungen in Athen sehr
zugenommen haben. Die Anlage der Cloake 16, welche neben
dem Thore I ins Freie geführt ist, zeugt dafür. Es ist dies
jener Bau, welchem der Thurm 6 der beiden frühren Bau-
perioden zum Opfer liel. Um Raum für die Cloake zu ge-
winnen wurde der Thurm 6 abgebrochen und in 7 ein
neuer grösserer gebaut, und durch die Mauer 25 die Verbin-
dung mit der Mauer 26-30 hergestellt. Der Thurm ist nicht
massiv. Dünne, schlecht aus schon verwandtem Material ge-
baute Mauern umschliessen den Erdkern. Die Cloake war
gewölbt, wie die bei 16 und 17 erhaltenen Ansätze be-
zeugen. Die Steine sind feiner Kalkstein und zeugen, keil-
förmig behauen, von grossem Fortschritt in der Technik. Zu
bemerken ist, dass bei 16" in der Nähe der Kirche Hagia
Triada Reste einer Überwölbung zu Tage gefördert sind,
welche jenen durchaus entsprechen, wohl ein Beweis, dass
die Strecke zwischen 16 und 16" überwölbt war. Es ist leicht
erklärlich, dass man an diesem stark besuchten Thore die
üblen Ausdünstungen der aus Athen kommenden Schmutz-
wasser absperrte; jedenfalls aber muss diese Anlage zu einer
Zeit entstanden sein, wo das Thor an seinem Ansehen als
heiliges eingebüst hatte. Auf den erhaltenen Gewölbeauf-
sätzen steht bei 17 ein aus einem Stück Marmor gebildeter
Bogen, der als Stütze für ein Wehr diente, welches, wie aus
der Lage der Pfeiler zu ersehen ist, bestimmt war die von
Athen kommenden Wasser aufzuhalten. Der Bogen ist hier
hergesetzt, nachdem das Gewölbe der Cloake schon einge-
stürzt war; er ruht nur mit den äussersten Punkten seiner
Peripherie auf den keilförmigen Gewölbesteinen. Die Schotte,
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