Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA

deren zwei vorhanden waren, Hefen in Rillen der an den
Bogen gelehnten Steine, welche alle alten Bauten entnommen
wurden; der eine ist eine Säule, der zweite eine Grabstele
wie man an der Rosette erkennt, der dritte das Stück eines
Ehrendenkmals mit noch einigen Buchstaben darauf *.
Dieser Zeit wird auch das dem Thurme 5 vorgebaute Stück
5" angehören, welches die Pforte 8 um 0,70 Meter verengte
und angelegt zu sein scheint um eine Flankirung der Mauer
10-9 zu ermöglichen. Das Material dieser Verstärkung ist
Nagelfluh, in verschiedenen grossen Blöcken auf einander
gelegt. Die Verbindung dieses Mauerstücks mit dem Thore 5
ist mangelhaft. Letzterer Thurm ist auch durch mehrere La-
gen desselben Materials erhöht, so dass wir in ihm einen
Repräsentanten dreier verschiedener Zeitperioden haben. Auf
der oben besprochenen Lage der Polygon-Mauer 10-9 sind
uns aus der dritten Bau-Periode noch mehrere Meter einer
Mauer erhalten, welche ebenso wie Thurm 6 schon aus an-
derweitig verwandten Steinen hergestellt ist.
Auch Thurm 7 und das die Verbindung desselben mit der
Mauer 26-30 herstellende Stück 25 ist aus schon anderwärts
verwandtem Material, welches unordentlich und unsolide auf
einander geschichtet wurde, gebaut.
Nach dieser Zeit lassen sich bauliche Veränderungen der
Verteidigungsanlagen nicht mehr nachweisen.
Innerhalb der Thoranlagen sind noch manche Reste er-
halten, welche unser Interesse in Anspruch nehmen, wenn
auch nicht in so hohem Grade wie die Festungsbauten.
Westlich des Thores I hnden wir die Reste eines Hauses,
dessen aus polygon behauenen Steinen bestehenden Funda*
mente uns an die Mauern 22-24, 51 erinnern. Das Haus ist
in drei Abtheilungen (13. 13". 13^) von verschiedener Grösse
eingetheilt; auffallend ist, dass die Mauern den Festungs-
mauern nicht parallel sind. Auch die mit 15 bezeichneten

* [Ueber die Cloake vgl. die Ausführungen von Hm. Zitier Mittheilungen It
S. 117 f. — U. K.]
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