Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA 47
Mauern werden einem Hause zugehört haben. Sie sind in
derselben Weise hergestellt wie 13. Aus welcher Zeit sie
stammen, ist nicht zu sagen, da die Polygonmauer allein
wohl keinen Anhalt für eine Zeitbestimmung bietet.
Ein späteres Geschlecht hat es sich in diesen Mauern be-
quem gemacht, wie die Steine beweisen, welche durch Kalk
verbunden auf den zuerst erbauten Mauern liegen. Auch 14,
der zierlich gewölbte Brennofen eines christlichen Lampen-
fabrikanten , zeugt hierfür.
Den grössten Theil des Raumes zwischen Thor 1 und H
nimmt das Gebäude 111 ein. Der grosse im Lichten 21 M.
breite Raum, dessen Ende nach der Stadt zu noch nicht auf-
gedeckt ist, wird durch Quermauern in drei Theile getheilt,
von denen der mittlere 8 M., die beiden anderen 5 und 5
M. breit sind.
Die östliche dieser Quermauern ist in den Fundamenten
noch erhalten, von der zweiten nur der Anfang; es lässt sich
auch nicht bestimmen, wie weit die letztere in das Gebäude
hinein gereicht hat. Die Aussenmauern sind 1,16 M. dick,
und an der Westseite durch sechs 1,90 M. vorspringende
Pfeiler verstärkt. Die Mauern bestehen aus grossen Quadern
von piräischem Muschelkalk, in einer Weise behauen und
zusammengefügt, dass ich sie für die Fundamente eines
mächtigen Gebäudes halte. Die erhaltenen Steinlagen müssen
unter der Erde gelegen haben. Das Haus, fast parallel dem
Thore I, ist in die Mauer 23-24 hincingebaut und reicht mit
seiner nördlichen Ecke bis an die Aussenseite dieser Mauer.
Bei 23 ist noch das von der Befestigungsmauer abgeschnittene
Stück erhalten, sehr auffallend, da es doch den Raum schief
macht.
Der Raum zwischen 111 und 11 war auch schon in antiker
Zeit bewohnt, wie die Cisterne und der nördlich dieser ge-
fundene Mosaikfussboden beweisen. Wie der Grundriss dieses
Raumes war, lässt sich aus den wenigen ^ liegenden
Steinen nicht mehr erkennen.
Oestlich des Dipylon in dem mit IV bezeichneten Raume
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