Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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DIE THORANLAGEN BEI HAGIA TRIADA

befinden sich noch viele theilweise wohl erhaltene Reste von
Wohnhäusern, welche ebenso wie 13 und 15 hergestellt
waren und ebenso in späteren Zeiten noch benutzt wurden.
Wir finden bei der grösseren Zahl der Häuser die in poly-
goner Weise behauenen Steine verwandt, welche denen bei
13 und 15 und in den Mauern 22-24 und 51. 52 beschriebe-
nen ähneln. Die Art der Cisternen und die aus in Kalk ge-
drückten unbearbeiteten Marmorsplittern hergestellten Mosaik-
fussböden deuten auf antike Zeit, ohne dass es jedoch mög-
lich wäre eine bestimmte Zeit zu bezeichnen.
Im Hause 55 ist ein solcher Fussboden. Vor diesem Hause
standen auf der Mauer 55" auf einer Unterlage von Kalk-
steinen zwei Säulen, welche wohl die Überdachung des Ein-
ganges trugen. Im Hause 56 sind auf dem Kalkbewurf der
Wände roh ausgeführte Malereien in rother Farbe erhalten,
von denen ich nicht zu entscheiden wage, ob sie altgriechi-
scher Zeit angehören, um so weniger, als die auf den Poly-
gonmauern befindlichen in Kaik gelegten Steine beweisen,
dass hier auch spätere Geschlechter gehaust haben. 54 scheint
eine an drei Seiten offene Halle gewesen zu sein. Die an den
Ecken für zwei Säulen eingehauenen Lehren deuten darauf
hin.
Der Gang 60 trennte die aus polygon behauenen Steinen her-
gestellte Mauer 61 von den Mauern des Dipylon. 61 scheint
Wohnhäusern angehört zu haben.

GEORG VON ALTEN.
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