Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 60
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Bericht über eine Reise in Achaia.

Xylokastro, von den Topographen mit Aristonautai
identifizirt, an der Mondung des Sythas, jetzt der Seeplatz
für die Kyllenegegend, namentlich Trikkala, im Alterthum
der natürlichste Hafenplatz für Pellene.
Eingemauert in der Front des Hauses Konstantinidis : Vo-
tiv-Relief aus gelbl. Marmor, h. c. 0,35, br. c. 0,25. ln sehr
tiefem Relieffeld stehen neben einander zwei alterthümliche
Frauengestalten in langem Aermelchiton mit darüber gegür-
tetem Überwurf; die zur 1. trägt noch einen Mantel, der am
r. Arm niederhängt; beiden fallen je zwei Locken auf die
Schultern nieder. Der Kopf der zur 1. fehlt zur oberen Hälfte,
das Untergesicht zeigt strenge dorische Züge; der Kopf der
andern ist noch ganz vorhanden, aber sehr zerstört. Die Frau
zur r. hielt beide Arme vor sich, die zur 1. legt die r. Hand
auf den Rauch; nur diese Hand ist erhalten, weil aus einem
Stück mit dem Ganzen gearbeitet, die andern drei waren be-
sonders angesetzt und fehlen. Die Arbeit ist sehr alterthüm-
lich. Über die Provenienz des Reliefs konnten wir nichts
erfahren.
Kamari, an der Mündung des Krios gelegen, also für
Pellene, das oben in den Bergen auf einer von Sytlias und
Krios eingeschlossenen Höhe liegt, von ähnlicher Bedeutung
wie Xylokastro. Hier fanden wir denn auch, nahe dem
Punkte, wo der Krios durch eine enge Schlucht in die Küsten-
ebene tritt, quer vor der Stelle, wo der natürliche, auch
jetzt benutzte Weg nach Pellene hinaufgeht, bedeutende
Reste eines hellenischen Kastells, namentlich Stadtmauerreste,
auch schönes und reichliches Wasser am Fusse des niedrigen
Stadthügels an einem Platze der K Khani )) heisst; in der
Nähe waren nicht unbedeutende Ziegelbauten, ebenso weiter
westlich dem Krios zu; auch ßnden sich hier von Zeit zu
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