Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 62
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HEISEHEHICHT AUS ACHAIA

Buru. Obwol die Höhe zwischen Kerynites und Buraikos
schon seit alter Zeit den Namen Kernitza fuhrt — bereits der
Scholiast zum Ptolemäus kennt ihn, notirt aber ganz richtig
dabei, es sei Bura — haben Leake und die heutzutage in
jener Gegend allmächtige Volksetymologie Unrecht, Keryneia
dorthin zu setzen : ctYyiüus Bum, Ae /j-ota.
?Ae care Bcrca/c^ Baraica^ oa ^Ae tior^A o/* ?Ae rocA be-
merkt Sir W. Gell ganz richtig. Die Oertlichkeit stimmt
vollständig üherein mit der Darstellung auf der Münze Geta's
Arch. Zeit. 1843 Taf. 9, 14 *, und wer in der Küstenebne
angesichts der — durch das Erdbeben von 1861 jetzt leider
arg zerstörten und ganz unkenntlich gewordenen — Herakies-
grotte stand, muss in der Höhe rechts den Tempel gesehen
haben, von dem wir, der Andeutung der Münze folgend,
noch bedeutende Beste fanden, oder richtiger von zweien,
beide auf der südöstlichen Kuppe gelegen, der östliche un-
bedeutender, der nicht weit davon entfernte westliche präch-
tiger, sogar mit Anwendung grosser Platten pentelischen
Marmor's gebaut. Beide Tempel liegen bedeutend entfernt
von den übrigen Besten Buras auf der westlichen Höhe, dort
wo der Erdsturz stattfand : das Thal des Kerynites ist ange-
füllt mit riesigen dort niedergestürzten Felsblöcken und die

* Die Münze ist ein nnicutn und jetzt im Besitz des Miinzkabinets zn Athen,
in welches sie, einer Mittheilung des Herrn Postolakas zufolge, 1859 dnrch
Lambros gelangt ist, welcher sie von Manussi in Triest, dieser von Prokesch-
Osten erworben hatte. Da die Abbildungen, sowolbeiRhangabe wie in der A.
Z. ungenau sind, werden einige nähere Notizen über die Rückseite nicht un-
willkommen sein. Das Bild in der Grotte sieht allerdings einem Herakles nicht
besonders ähnlich , ruht auf dem I. Bein , hält in der r. einen langen Speer auf-
gestützt, und muss in der I. auch etwas gehalten haben, doch ist die Deutung
noch immer die wahrscheinlichste und angesichts der Oertlichkeit meiner Mei-
nung nach einzig moegliche. Von einem langen Gewände, wie Bergk will, A.
Z. 1847, 138, ist keine Spur. Links von der Grotte steht auf tieferem Terrain
ein Baum, und zwar Eiche, so scheint es, auch jetzt dort häufig. Unten im
Vordergründe eine doppelhenklige ziemlich flache Schale mit hohem Fuss , r.
davon ein Polyp (?). Beim Tempel oben istder Giebel viel deutlicher, alsaufder
Abbildung. Die Inschrift lautet BOYPAeON.
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