Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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REISEBERICHT AUS AUHA1A

fand sich noch vor, ohne weiter vermehrt zu sein, was in
der occTuvo[j,(x und bei BxctXao^ verzeichnet war U
Ein gewisser 'Avx<7TXG-67rouAo$ fand kürzlich auf seinem
Grundstücke in der Stadt eine interessante kleine Marmor-
gruppe, obwol in viele Stücke zerbrochen doch fast vollstän-
dig vorhanden. Dieselbe, ca 0,40 hoch, gut gearbeitet wenn
auch aus römischer Zeit, steift Aphrodite dar, in der be-
kannten Stellung sich die Sandale lösend, wobei sie den 1.
Arm über einen Baumstamm und die Schultern einer an den-
selben gelehnten Priaposherme legt; Priapos hebt sein Ge-
wand mit beiden Händen auf und ist ithyphallisch. Über
dem Baumstamm liegt das Gewand der Göttin; ihr weicher
feuchter Blick ist n. 1. gewandt. Die Gruppe war eingelassen
in die Mitte einer viereckigen Basis.
Bei Wegebauten am Hafen, welche viele römische Ziegel-
gräber an der Seeseite des Stadthügels zu Tage förderten,
fand man in diesem Frühjahr heim Hause KxvslA67?ouAo$
folgende zwei Sculpturstücke : 1) Weibl. Figur, lebensgross;
1. Standbein, nackter Oberkörper, um die untere Hälfte ein
Gewand, das über den vorgestreckten 1. Unterarm niederfiel.
Die Statue war aus mehreren Stücken gearbeitet, begreifliche
Sparsamkeit, wo der pentelische Marmor weither geholt
werden musste; Torso und untere Körperhälfte, allein er-
halten, waren durch zwei Eisenzapfen verbunden, von denen
der eine noch erhalten; ebenso waren Kopf, r. Arm und 1.
Unterarm eingesetzt, die nicht mit gefunden wurden. Die
Vorderseite der Statue ist gut gearbeitet, die Büickseite mäs-
sig; sie wird der ersten Kaiserzeit angehören. 2) Unterhälfte
einer lgr. weiblichen bekleideten Figur; gut gearbeitet. Auch
dies Stück war von der verlorenen Oberhälfte besonders ge-
arbeitet und durch Zapfen verbunden 3.

i Die Statuen des Herrn 'Aptc-rs[3y)$ sind bekanntiich vor kurzem von der ar-
cliäot. Gesellschaft für das Patissiamuseum erworben , der Candelaber 'AXs^av-
SponovXo; ist anderweitig verkauft.
- Der von Schillbach Arch. Anz. 1857 124* publicirte Architravblock ist jetzt
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