Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 69
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1878/0079
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
REISEBERICHT AUS ACIIAIA

69

Falten legt, stürmt n. 1. in der 1. den Schild, einen Helm auf
dem Kopf, eine n. 1. niedergesunkene Amazone am Schopf
fassend : vergeblich sucht sie, die 1. gegen seine Seite stem-
mend, ihn abzuwehren.
Rechts ist eine Amazone n. 1. niedergesunken, stützt sich
mit dem r. Arm auf, und hält mit der 1., den Kopf umge-
wandt, den Schild über sich, um sich gegen einen Krieger zu
schützen, der von r. auf sie eindringt.
Die Reliefs sind von hoher Schönheit, und soweit ausge-
führt, als es die Kleinheit der Verhältnisse erlaubte : der
Künstler blieb sich der ihm dadurch gesteckten Grenzen be-
wusst, und hütete sich durch eingehendere Einzelbehandlung
z. R. der Köpfe, den Totaleindruck der Composition zu ver-
wirren. Diese ist zwar nicht mehr von jener urkräftigen Frische
wie z. B. am Phigaliafriese, an den man sonst oft erinnert
wird, aber auch noch weit entfernt von jenem typischen Cha-
rakter, den die Amazonenkämpfe später an sich tragen. Mit
dem gleichen Rechte, womit man Originalität für jenen Fries
in Anspruch nimmt (vgl. namentlich die schönen Ausführun-
gen Kekule's im Katal. d. Bonn. Kunstmus. zu Nr. 140),
kann man es für unsere bescheideneren aber ebenfalls schönen
und frischen Reliefs thun. Dieselben gehören sicher noch gu-
ter griechischer Zeit an, dem vierten oder dritten Jahrhundert.
Ich schliesse die Bemerkungen über antike Scuipturen in
Patras mit der Notiz, dass der Arch. Zeit. N. F. V (1873)
Taf. 59 publicirte Sarkophag auf der nicht mit abgehildeten
Nebenseite nicht, wie Matz ebda S. 18 vermuthet, eine
Sphinx zeigt, sondern ebenfalls einen Knaben, der jedoch
nicht ein Reh, sondern ein kleines Wildschwein an den Hin-
terläufen gefasst hält.
Leontion. Ausser wenig hervorragenden Resten der
Stadtmauer ist nichts mehr erhalten. Ich bemerke übrigens,
dass die französische Karte und ihr folgend z. D. Curtius die
Lage falsch angeben. Die Stadt lag auf einem ziemlich klei-
nen aber von den andern Ketten abgesonderten länglichen
Hügel südlich von Guzumistra, welcher von den übrigen
loading ...