Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 83
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Satyrmasken aus Terrakotta.
(Tafeln.)
Masken aus Terrakotta sind namentlich in den letzten Jahr-
zehnten in so grosser Menge ans Licht gekommen, dass es
misslich erscheinen muss aus diesem ansehnlichen und zur
Stunde fast noch gänzlich ungeordneten Material einzelne
Stücke herauszugreifen und gesondert zu behandeln. Erst
eine Sichtung dieser Masse, wie sie von Kekule's grossem
Unternehmen der Sammlung sämmtlicher Terrakotten zu er-
warten steht, muss den Boden bereiten, auf dem die sich auf-
drängenden mannichfaltigen Fragen ihre Lösung finden kön-
nen. Vor Allem wird sich dann das Verhältnis, in welchem
diese zur Dekoration von Wänden in Wohnhäusern und
Gräbern so sehr beliebten Thonwerke zu w irklichen Theater-
masken stehen, klarer feststellen lassen. Allein so viel lässt
sich schon heute überblicken, dass wir für unsere Kenntniss
des antiken Bühnenwesens uns von solcher Sammlung einen
bedeutenden Gewinn versprechen dürfen. Geben sich doch z.
B. die so ungemein zahlreichen komischen Masken ohne
Weiteres als getreue Nachbildungen von Schauspielermasken
auf den ersten Blick zu erkennen, wie denn bei einigen
Exemplaren sogar das in der Bühnenpraxis erfundene Ver-
fahren den beiden Gesichtshälften verschiedenen Ausdruck zu
geben beibehalten ist; vgl. BuB. & 1875 S. 34. Allein
bei andern durchaus verwandten Masken kann man zweifeln,
ob Nachbildungen von Schauspielermasken oder nur freie
künstlerische Erfindungen in ihnen zu erkennen sind; dies
letztere gilt von den beiden in Athen befindlichen Satyr-
masken, die auf Tafel H nach einer Zeichnung von L. Otto
abgebildet sind.
Die erste * derselben (1. H. 0,20. B. 0,20) stammt aus

* Die folgenden Notizen verdanke ich der Freundlichkeit Professor Koehlcrs.
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MITTH. D. ARCH, IXST. HI.
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