Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 84
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SATYRMASKUK

Thespiae und befindet sich in der Sammlung der archäo-
logischen Gesellschaft. Das linke Ohr ist angesetzt; die Nasen-
spitze fehlt. Die Maske ist hinten hohl; auf der Aussenseite
scheint sie einen Überzug von Pfeifenthon zur Aufnahme von
Farbe gehabt zu haben. Mund, Augäpfel und Nasenlöcher
sind offen; Löcher in der Stirn und beiden Ohren zeigen,
dass die Maske bestimmt war an einem Faden aufgehängt zu
werden.
Die zweite (2. H. 0,205) ist in Athen selbst nahe beim Ar-
sakion gefunden und wird im Gultusministerium aufbewahrt;
sie ist aus drei Stücken zusammengesetzt; das rechte Ohr
fehlt; im linken Ohr und in der Stirn sind Löcher wie bei 1;
auch sind, wie dort, Mund, Augäpfel und Nasenlöcher offen
und die Rückseite hohl. Spuren eines Thonüberzuges sind
nicht vorhanden.
Eine dritte Satyrmaske, die denselben Typus zeigt und na-
mentlich mit Nr. 2 grosse Aehnlichkeit hat, ist in Smyrna
gefunden und von Herrn Consul Spiegelthal dem Berliner
Museum zum Geschenk gemacht worden (Nr. 658? des Inven-
tars. H. 0,195. B. 0,21).
Diese drei mir bekannten Exemplare repräsentiren den-
selben nur wenig modificirten Typus. Es ist die Maske eines
jugendlichen Satyrs, der den Mund zu einem grinsenden
Lachen verzieht, so dass die obere Reihe der Zähne sichtbar
wird; die einzelnen Zähne sind bei 2, wie öfter, aus Nach-
lässigkeit nicht angegeben. Die Grübchen in Wangen und
Kinn, die derben Gesichtszüge, das struppige Haar vollenden
den Typus des bäurischen Satyrs, wie wir ihn , vom Satyr der
attischen Bühne ebenso sehr verschieden wie von der idealen
Schöpfung des Praxiteles, auf Werken römischer Zeit zu sehen/
gewohnt sind. Aus der Stirn wachsen kleine Hörner hervef,
deren Ansatz bei 1 durch eine Stirnbinde verdeckt wird. So
beschreibt auch Lukian in einer oft citirten Stelle Bacch. 1
die Satyrn als ocypofxou^ vexv&xom; .... xspxcvx;, olx
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