Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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SATYRMASKEN

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Vyrn; er würde deshalb auch wol in diesen Masken Panisken
erkennen wollen. Allein diese Ansicht ist von Stephani C. R.
3 874 S. 66 f. und noch treffender von A. Furtwängler Ann.
& RnB 1877 S. 208 f. widerlegt., auf dessen fteissige Arbeit
ich überhaupt verweisen muss, da der dort gemachte Versuch
die historische Entwickelung der einzelnen Satyrtypen zu
verfolgen mir in fast allen wesentlichen Punkten das Richtige
zu treffen scheint.
Niemand wird auch nur einen Augenblick dem Gedanken
Raum geben wollen, dass Masken von diesem Typus in den
Satyrspielen gebräuchlich waren, da man bei dem Versuch
das Satyrspiel zu regeneriren gewiss auch den Masken den
alten attischen Satyrtypus gab und überdies der bäurische
Satyrtypus erst lange nach der Zeit des Sositheos aufkam.
Allein die Oeffnungen in Mund, Augen und Nasenlöchern
scheinen andrerseits auf wirkliche Schauspielermasken hin-
zuweisen. Denkbar ist, dass man neben genauen Copieen von
Theatermasken und nach dem Muster derselben auch frei
erfundene Masken, die nie auf der Eühne gebräuchlich wa-
ren, in Thon bildete. Doch liegt es auch andrerseits nahe an
die von den Pantomimen gebrauchten Masken zu denken,
die gewiss nicht nach den in der Blütezeit der griechischen
Kunst geschaffenen, sondern nach den späteren, zeitge-
mässen, römischen Typen der mythologischen Gestalten ge-
bildet wurden. Wie geläufig die Vorstellung des bäurischen,
gehörnten Satyrs in der römischen Zeit war, zeigt die oben
angeführte Stelle des Lukian. Auch der Umstand, dass die ver-
hältnissmässig kleine Oeffnung des Mundes wol ein Athem-
holen, schwerlich aber ein lautes Declamiren gestattet, könnte
zu Gunsten dieser Vermuthung angeführt werden. Doch
dürfte allein eine in grösserem Umfang und mit grösserem
Material, als es mir augenblicklich zu Gebote steht, geführte
Untersuchung die Frage zur Entscheidung bringen können.
Berlin im April.

(1, ROBERT.
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