Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 86
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Ploische Inschrift.

Bet der Perdikovrysis zwischen Kloster Palagiä und dem
Dorfe Karditza suchte ich im Sommer 1876 vergebens nach
-der dort von Ulrichs entdeckten und TM/. &/f TnsC 1838
S. 109-112 und Reisen und Forschungen! S. 238 (nebst
S. 247 Anm. 3) publicirten Weihinschrift, deren Auhindung
ihn zu der freilich voreiligen Ansetzung des ptoischen Orakel-
gebäudes eben an jener Quelle veranlasst hat. An einem an-
deren Orte soll gezeigt werden, dass die alte Orakelstätte
weiter nach Karditza hin gesucht werden muss, wo sich noch
die Stereohate zweier Hauptgebäude erhalten haben. Auch in
dem Kloster sowie in den böotischen Städten hatten meine
Nachforschungen nach jenem Steine keinen Erfolg. Bei der-
selben Quelle aber lag ein dem Ulrichs'schen ganz ähnlicher
Inschriftstein mit folgenden zum Theil schwer zu entziffern-
den Zeilen : Qs. UM/S. 87.)
Die von Ulrichs entdeckte Inschrift ist von Osann in der
Zeitschr. für Alterth. 1845 n. 81 S. 645 und mit weiteren
Bemerkungen von Keil in der &///. S. 69 wiederholt wor-
den. Zur Erklärung muss die nach Kramers Abschrift von
Böckh im G. 7. G. 1 1593 und Keil Sy//. S. 101 fg. publicirte
Weihinschrift aus Orchomenos herangezogen werden *. Die
von Ulrichs und mir gefundenen Inschriften bezogen sich auf
die Weihung eines Dreifusses an den ptoischen Apollon; die
orchomenische ist in Folge eines Orakelspruchs desselben
Gottes (auch hier ist nur an den ptoischen zu denken) ge-
setzt, nach welchem die Böoter geheissen waren, den Cha-
riten von Orchomenos einen Dreifuss zu weihen. Die beiden

* Zwei aus Kokla (Piatää) stammende Inschriften bet PaulGirardim Bulietin
de corr. Heit. I 208 fg. sind ganz ähniich, aber zu verstümmelt, um unserem
Zwecke zu dienen.
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