Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

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STATUEN AUS AEG10X

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besonders die eigcnthümliche Anordnung des Haares — in
parallelen längs laufenden Wülsten., welche am Hinterkopf
in einem Kranze gesammelt sind — beweisen, dass wir es
mit einer Porträt-Statue zu thun haben *.
Die zweite Statue., des Hermes, hat linkes Standbein, das
rechte ist im Knie gebogen, der auswärts gestellte rechte
Fuss ruht ebenfalls mit ganzer Sohle auf. Der Kopf ist stark
nach der linken Seite und nach vorn hin gesenkt. Auf der linken
Schulter ruht die Chlamys, dieselbe fällt hinten herab und ist
um den vorgestreckten linken Arm geschlungen. Die linke
Hand hielt ein marmornes xzi+xs^v, dessen unteres Ende
erhalten ist, in den Falten der Chlamvs bemerkt man ferner
eine Rille für die Fortsetzung des Stabes, einen Ansatz für
dessen oberes Ende am Oberarm, ln der herabhängenden
Rechten hält der Gott den Beutel, dessen eines Ende (in der
Hand) ebenfalls erhalten ist : ein Ansatz am rechten Ober-
schenkel bezeichnet den Verbindungspunct des frei herabhän-
genden jetzt weggebrochnen Theiles mit dem Körper. Am
linken Rein ist ein Baumstamm ais Stütze angebracht. '—
Der Kopf mit kurzgelocktem Haar ist durchaus ideal gebildet
und im Verhältnis zum Körper klein; auffällig ist die breite,
flache Brust bei sehr schlanken Beinen und Armen 2. Weder
am Kopf noch an den Knöcheln sind Flügel vorhanden.
Die Gleichheit des Materials, der Grösse und endlich der
Arbeit lässt keinen Zweifel, dass unsre Statuen als Paar, zur
gemeinsamen Aufstellung an einem Ort gearbeitet sind. Was

i Hoche der Statue ohne die Ptinthe M. 1.69. Es fehtt nur die Nasenspitze
und der Zipfet des Mantels aut der Rückseite. Bestossen ist das Haar auf dem
Scheitet. Der Kopf war abgebrochen. — Die Ptinthe ist unregelmässig oval;
die groesste Länge M. 0.55.
- Hoehe der Statue M. 1.7t ohne Pt. Es fehlen : Der rechte Nasentlüget, beide
Zeigefinger, das Gtied. Weggebrochen ist auch ein punteüo zwischen den Beinen
und ein andrer am 2. Handgctenk. Der Kopf war gebrochen, ebenso das rechte
Bein unter dem Knie und über dem Knoechct und das tinke über dem Knie,
der rechte Arm über dem Ettnbogen und am Unterarm, — Die Ptinthe ist recht-
eckig 0.60 + 0.30 M.
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