Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 101
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STATUEN AUS AEGiON

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(A-G) scheinen nur eine Modißcation desselben (in der An-
bringung eines zweiten Attributes und in dem verschiedenen
Stande) zu enthalten. An Kunstwerth nimmt unter allen
den ersten Rang ein die Statue von Andros (et), welche ge-
wiss noch in gute griechische Zeit, das IH., vielleicht das
Ende des IV. Jahrli. vor Chr. (der Kopftypus ist entschieden
lysippisch) gehört. Sie ist nahe bei einem Grab, zusammen
mit der oben erwähnten weiblichen Statue (Heydemann, Die
antiken Marmorwerke n° lül), welche ihr an Güte der Arbeit
in nichts nachsteht, gefunden * und deshalb und der angeb-
lich porträtartigen Bildung des Gesichtes wegen für das
Bild eines heroisirten Verstorbenen erklärt worden 3. Ich
kann dem gegenüber nur Kekule's (Theseion a. a. 0.) Bemer-
kung beistimmen : K Der jugendliche kurzlockige Kopf ist
keineswegs individueller als andre lvsippische Typen, welchen
er völlig entspricht )). Wie diese Statue so werden wir also
auch die ebenfalls zu einem Grabe gehörige von Thasos (6)
nach Analogie der übrigen Repliken dieses Typus als Hermes
ergänzen dürfen 3. Für die Statue im Belvedere (d), welcher
man ebenfalls den mythologischen Charakter hat absprechen
wollen * wird diese Ergänzung nach Friederichs sogar durch
noch vorhandene Spuren des xvipuxe^v erfordert 3. Auch die

* Nach dem Bericht von Trikoupis Butt, deii'Inst. 1833 S. 90, an weichem
zu zweifein kein Grund voriiegt, auf einer und derseiben Basis befestigt, übri-
gens nicht der von Ross Inscr. Gr. !I, 89 und Buii a. a. 0. pubiicirten, weiche
vielmehr nach Tr. 42 Schritte westiich von jenen beiden Statuen in den Trüm-
mern, wie es scheint, eines Heroons gefunden wurde. Der Marmor beider Sta-
tuen erscheint mir trotz Stephani a. a. 0. nach wiederhoiter, sorgfäitiger Unter-
suchung durchaus gieich, die Groesse der Kristaiie ist auch an jeder der beiden
für sich nicht durchweg dieseibe. Auch die Maasse (M. 1.72 die Frau bis zum
Uaisansatz; M. 1.96 die männliche Statue bei stark gesenktem Kopf) stimmen
ebenso wie die Arbeit.
2 Von Ross Arch. Aufs. I S. 50, 5 und S. 51, 7 ; nach ihm von Stephani a. a,
0.; Conze, Reise auf den thrak. Ins. S. 19; Friederichs, Bausteine 443.
3 Wegen der Schiange, vgi. Kekute. a. a. 0.
* Namentlich Stephani a. a. 0. S. 283.
^ Bausteine a. a. o.
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