Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 102
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1878/0116
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
!02

STATUEN AUS AEGION

der ersten Reihe ungehörige Statue von Atalantt (R) ist Ron-
lez geneigt., für ein Porträt zu hatten (Michaelis R^/k d. Za.sk
1860 S. 115; auf den er sich beruft; spricht nur von espressz'tme
/raacu 7?M bezweifelt
aber mit vollem Recht den Gedanken der Redaction der Zei-
tung an ein Porträt des jugendlichen Alexander. Jn derThat
zeigt das Original (dessen Wiedergabe auf Taf. 22 und 23
freilich sehr missglückt ist) nicht die geringste Aehnlichkeit
mit den sog. Alexanderköpfen, auch hier haben w ir es viel-
mehr mit einem nachlysippischen Idealtypus zu thun A Gleich
den Statuenpaaren von Andros und Thasos gehörte auch das
von Aegion aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer Graban-
lage : wenigstens ist es schwer, sich einen andern Zweck dafür
zu denken. Die von Ross 2 angeführte Fabel des Babrius (30)
lehrt zudem, dass man wenigstens zur Zeit des Dichters
(Mitte des 2. Jh. vor Chr.) und in seinem Heimathlandc
Syrien Hermes-Statuen auf die Gräber setzte und dass die
Möglichkeit vorlag, sie, auch wenn sie nicht einmal auf Be-
stellung gemacht sondern fertig gekauft waren, also auch
keine Spur von Porträtähnlichkeit mit dem Verstorbenen
haben konnten, dennoch für ein (idealisirtes) Bild desselben
zu halten, ln wie weit wir berechtigt sind, diese Anschauun-
gen auch auf das eigentliche Griechenland und das 3. Jh. (in
welches die Statuen von Andros mindestens zu setzen sind)
zu übertragen, steht freilich dahin. Dass man im 2., vielleicht
3. Jh. auf den Inseln des ägäischen Meeres in der Heroisirung
und Verehrung der verstorbnen Familienglieder schon sehr
weit ging beweist das Testament der Epicteta von Thera ('C. Z.
Gr. n°2448). Wegen des Mangels eines genauen Fundberichtes,
resp. der Zerstörung der Gräber, die unmöglich macht, zu
bestimmen, ob etwa nur eine Frau oder ob mehrere Personen
in dem Grabe ruhten, lässt sich nicht einmal mit Gewissheit

* Ueber den Stit und die Arbeit der Statue urtbeiteu voettig richtig Michaetis
a. a. 0. und Kekute.
- Arch. Aufs. I, S. 50, 7; 5t
loading ...