Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 116
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1878/0130
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
^ ZTJR GESCHICHTE DES ATHENISCHEN THEATERS
auch beide mit dem betreffenden Stück gesiegt haben sollten,,
ist nicht glaublich *. Der in den Listen zwei Mal als Neben-
buhler des Astydamas genannte tragische Dichter Euaretos
war bisher unbekannt. Timokles, weicher für die Feier des
Jahres 310 das Satyrspiel AvzoSpyo; verfasst hatte, wird
identisch sein mit dem von Athen. IX 407 D von einem gleich-
namigen komischen Dichter unterschiedenen Tragiker; ob
dieser auch die Z. 23-25 angeführten Tragödien hatte auf-
führen lassen oder etwa der jüngere Philokles (vgl. Böckh
im f/Mcr. Gr. H S. 321, Welcher Die gr. Tragödien Hi
S. 1000), muss dahin gestellt bleiben. Dass bei der Auswahl
der alten Stücke in drei aufeinander folgenden Jahren die
Wahl auf Euripides gefallen war, ist ein sprechender Beweis
für den bestrickenden Einfluss, welchen jener Tragiker auf
die Mit- und Nachwelt ausübte.
Dass die Dichter des Agon in diesen Listen in der Reihen-
folge aufgeführt sind, welche ihnen die Abstimmung der
Preisrichter angewiesen hatte, nicht in derjenigen, in welcher
ihre Stücke auf die Bühne gekommen waren, erscheint
selbstverständlich 2. Neu ist, dass in Athen, wenigstens seit
dem vierten Jahrhundert, die Protagonisten um einen ausge-
setzten Preis wetteiferten A Die Schauspieler Athenodoros,
Thessalos und Neoptolemos sind uns als Koryphäen ihrer
Kunst in den Zeiten des Demosthenes und Alexander bekannt.
Die beiden Erstgenannten certirten im Frühling 331 mitein-
ander in Tyros am Hofiager Alexanders des Gr.; die Richter
sprachen Athenodoros den Sieg zu, obwohl die Vorliebe des

i Eine Basis aus hymettischem Marmor mit der Aufschrift A^TY[3zgz;... ist
im dionysischen Theater gefunden worden. Die Basis scheint eher der zweiten
ais der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts zugeschrieben werden zu koennen.
- Aus den Urkunden ist die Praxis die Dichter in der Reihenfotge zu zählen,
welche sie bei der Abstimmung der Preisrichter erhalten hatten, in die Littera-
tur und zuletzt in die Hypothesen übergegangen, in denen daher npuhcnG
für steht, vgl. Madvig Kleine philol. Schriften S. 450.
3 Eine darauf hinweisende Notiz steht in den Scholien zu Aeschin. K. -nzpa-
npso6. 15, wo es von dem Schauspieler Aristodemos heisst evlxz 31; sn! A^vzl^v.
loading ...