Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 148
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1878/0162
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
148

HALLENANLAGE

durch das Odeion des Herodes begränzt. Durch die Ausgra-
bungen ist festgestelit worden., dass die vom Odeion aus-
laufende Bogenmauer im Osten nie bis an die cavea des Dio-
nysostheaters heranreichte, und dass ihr östlicher Abschluss
erhalten ist. An die Bogenmauer war eine doppelschiffige
Halle angebaut, welche dieselbe Länge hatte wie jene (A-A).
Erhalten sind die Substruktionen der äusseren Langseite, die
Fundamente der inneren Stützenreihe und die Rück- und
Seitenwände theilweise und bis zu einer gewissen Höhe. Die
Substruktionen bestehen aus Kalksteinen, welche, wo es die
Bodengestaltung erforderte, auf Quadern aus Conglomerat-
stein und Felsen ruhen. An den Innenseiten der Halle lief
unten ein Sockel aus hymettischen Platten hin ähnlich wie
in der Stoa im Asldepieion und in der Halle des Attalos;
derselbe ist an der West- und Rückseite grösstentheils er-
halten, während an der Ostseite nur noch die an die Rück-
wand an stossende Platte aufrecht steht (vgl. Fig. 2). Die
Mauern der Halle waren aus Kalkstein aufgeführt. An der
Rückseite ist die Mauer von dem Sockel aufwärts bis auf ge-
ringe Reste herabgestürzt und in nachheidnischer Zeit durch
ein mit Hülfe von Mörtel aufgeführtes Gemäuer ersetzt wor-
den. Zur Verstärkung dieses Gemäuers waren von aussen 7
mächtige Strebepfeiler angebaut L Man hat die aus alten
Werkstücken aufgeführten Pfeiler bei den Ausgrabungen,
weil man hoffte Inschriftensteine in dieselben verbaut zu fin-
den, bis auf zwei, welche dem Odeion zunächst stehen (s.
bei a? o? Fig. 1 und 2), aufgelöst. Diese späten Bauten rühren
augenscheinlich aus der Zeit her, in welcher der südliche
Burgabhang befestigt wurde 2. Sichere Reste der Stützen und
* Aut dieses Gemäuer beziehen sieh die Mitth. H S. 179 Z. 16 ff. gemachten
Angaben. Von den Pfeiiern waren die beiden dem Odeion zunächst gelegenen
seit dem Sommer 1864 sichtbar, vg). den kurzen Ausgrabungsbericht von Per-
vanogtu im Archäot. Anzeiger 1864 S. 283*.
2 Aus nachheidnischer Zeit stammen auch die auf dem Grundriss bei y und
z eingetragenen Antagen. Bei z ist ein Brunnenschacht; die Antage bei y rührt
nach einer Vermnthung von Kumanudis vietteicht von einer Färberei her, vgl.
Enup. Aagnpo^, At 'A07;V3t nep't tat ve).?] vo3 omosxxto'j a'tovcM S. 30 Anm. 3.
loading ...