Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 3.1878

Seite: 149
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HALLENAKLAGE

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des Gebälkes der Stoa haben sich nicht auffinden lassen. Die
Decke scheint aus Holz construirt gewesen zu sein; bei den
Ausgrabungen wurden Kohlen und andere Anzeichen vorge-
funden ^ welche auf eine Zerstörung durch Brand schliessen
Dessen A Im Westen führten zwei Thören (Fig. 1 bei n o) aus
der Halle in die benachbarten Räume des Odeion. Die beiden
Anlagen sind hier so ineinander verbau0 dass dieser Theil der
Halle wenigstens dem Odeion gleichzeitig sein muss, ln dem
Sockel der Rückseite ist vor dem zehnten Bogenpfeiler (bei 6
Fig. 1 und 2) die einfache Facade eines Laufbrunnens, der
von einem von der oberen Terrasse herkommenden Canal ge-
speist wurde, wo ein antiker mit Quadern ausgemauerter
Brunnenschacht auf demselben steht (c Fig. 2 und 3) A Bei
der Anlegung der Befestigungslinie nach der Zerstörung der
Halle war der Laufbrunnen verbaut worden. Weiter westlich
ist man auf einen unterirdischen mit Quadern ausgemauer-
ten Abzugscanal (Fig. 1 cQ gestossen, der von der Terrasse
herkommend unter der Halle weg lief. An der Ostscite war
die Halle geschlossen.
Über die Bogenmauer., an welche die Halle angebaut war,
lässt sich jetzt besser urtheilen als früher der Fall war (vgl.
Mitth. H S. 178 ff.). Es ist schon bemerkt worden, dass der
östliche Abschluss der Anlage erhalten ist. Ferner hat sich
herausgestellt, dass die Pfeiler, auf denen die Bogen ruhen,
in die dahinter stehende Terrassenmauer aus Conglomerat-
quadern eingebunden und dieser gleichzeitig sind. Seltsamer
Weise ist das System der Anlage nicht auf der ganzen Strecke
dasselbe. Während vom neunten Bogen an vom Odeion aus

* Kumanudis a.a. 0. S. 267 z. E. Auch am Boden des Odeions wurden Kohlen
und andere Spuren gefunden, die auf eine grosse Feuersbrunst schhessen Hessen,
durch welche das ausCedernholz construirteDachzerstoert wurde; vgl. Schill-
bach, Ueber das Odeion des Herodes Attikos S. 17 und 27.
2 Es ist dies derselbe Brunnenschacht, auf welchen als ein unzweifelhaft
altes Werk Mitth. H S. t85 (nach dem ersten Absatz) aufmerksam gemacht wor-
den ist. — An der Facade des Laufbrunnens ist die Inschrift A ^ P O A ! C t'
'Aspp9üEe;(os) eingekratzt.
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